Jahresbilanz Tiefrote Minuszahlen für Tourismusbranche im Vogtland

Das Vogtland umwirbt Touristen mit dem Slogan "Sinfonie der Natur". Allerdings klingen die Töne aus der Tourismuswirtschaft 2021 eher disharmonisch. Durch Corona ausgebremst, kämpft die Branche mit riesigen Verlusten. Für viele Betriebe geht es ums Überleben, sagten Interessenvertreter MDR SACHSEN.

Das Wunder vom Göltzschtal
Urlaub im sächsischen Teil des Vogtlandes ist im Moment wieder untersagt. Touristische Übernachtungen verbietet die aktuelle Corona-Notverordnung. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN

Die Tourismusbetriebe im Vogtland blicken erneut auf ein schwieriges Jahr zurück. Dort, wo sich normalerweise Skifahrer auf den Pisten tummeln, Wellnessurlauber ihre Körper entspannen oder Wanderer die Natur genießen, herrschte 2021 aufgrund der Corona-Einschränkungen oft Stillstand. Eine Situation, die für manche Hotels oder Pensionen inzwischen existenzbedrohend ist.

Rund die Hälfte weniger Übernachtungen

Der Geschäftsführer des Tourismusverbands Vogtland, Andreas Krauss, daher auch keine guten Nachrichten. "Wir schätzen für Ankünfte und Übernachtungen im Vogtland einen Rückgang zwischen minus 45 bis minus 50 Prozent im Vergleich zu 2019." Hauptursache sei das fehlende Wintergeschäft.

Tief rot sind die Zahlen, die im zu Ende gehenden Jahr in die Statistik eingehen werden.

Andreas Krauss Geschäftsführer des Tourismusverbands Vogtland e.V.

Absage der Wintersaison Anfang 2021 war eine Katastrophe

Die Geschäftsführerin der Dienstleistungs- und Tourismus GmbH Schöneck, Jennifer Braun, bringt es auf den Punkt: "Die abgesagte Wintersaison im Januar 2021 war für uns schlichtweg eine Katastrophe und eine Tragödie." Im Sommer habe man in Schöneck durch das breite Angebot zumindest einen kleinen Teil kompensieren können. "Die Bike-Saison konnte zwar erst Ende Mai statt Ende April starten. Wir hatten viele Tagestouristen, aber auch Übernachtungsgäste und viele Wanderer.

Skiwelt Schöneck
Die Einnahmeausfälle durch die abgesagte Wintersaison konnte Schöneck nur zu einem kleinen Teil im Sommer 2021 wettmachen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zwischen Verzweiflung und Durchhalteparolen

Die Übernachtungszahlen im Sommer waren etwa auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2019. Für manche Anbieter kam das offenbar zu spät, meint Verbandschef Andreas Krauss. "Wir haben einige Betriebsschließungen. Gott sei Dank sind das noch noch relativ wenige. Die Situation ist wirklich problematisch." Die Reaktionen der betroffenen Unternehmer habe von Niedergeschlagenheit, Beklemmung, Verzweiflung und Zukunftsängsten bis hin zu 'Wir werden das schon schaffen' gereicht, sagt Krauss.

Enttäuschung über ausbleibendes Weihnachtsgeschäft

Das neuerliche, im November ausgesprochene Beherbergungsverbot für Touristen drückt bei vielen Betrieben auf die Stimmung, vor allem im oberen Vogtland, meint Andreas Krauss. "Das ist natürlich sehr enttäuschend, dass gerade das touristische Weihnachtsgeschäft wieder nicht stattfinden kann." Die Schönecker Tourismus Chefin Jennifer Braun hofft zumindest, dass es im Januar endlich einen Saisonstart geben wird - mit Übernachtungsgästen und mit Skibetrieb. "Wir haben im Sommer bewiesen, dass es funktioniert. Wir haben Hygienekonzepte ausgearbeitet."

Ganz gleich, ob mit 2G, 2G+ oder 3G - Hauptsache irgendwie öffnen, damit wir loslegen können.

Jennifer Braun Geschäftsführerin der Dienstleistungs- und Tourismus GmbH Schöneck.

Sollte sich diese Hoffnung zerschlagen, droht der Tourismusbranche im Vogtland der nächste winterliche Totalschaden, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind, sind sich die Verbandsvertreungen einig.

Lachende Kinder
Ein weiterer Winter ohne Touristen könnte der Todesstoß für Touristikunternehmen im Vogtland sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/tfr/bs

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 23. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

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