Erster Spatenstich Feuerwehr im Vogtland bekommt Ausbildungszentrum

Erste Spatenstiche bieten Gelegenheit, medienwirksam die Leistung der Politik darzustellen. Was aber, wenn sich Politiker rar machen? Dann muss der Haussegen schief hängen, wie beim Brandschutzzentrum im vogtländischen Eich.

Zwei Frauen und ein Mann mit Spaten auf einem Kieshaufen, davor eine Gruppe Kinder mit roten T-Shirts.
Beim symbolischen ersten Spatenstich für das fast zehn Millionen Euro teure Brandschutzzentrum im vogtländischen Eich ließ sich der Landrat vertreten. Auch von der Landesregierung war niemand angereist. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Am Montag ist im vogtländischen Eich der symbolische erste Spatenstich für ein Kompetenzzentrum für den Brand- und Katastrophenschutz (KBK) erfolgt. Die Kosten des Projektes von etwa 9,7 Millionen Euro übernimmt zu zwei Dritteln der Landkreis. Das verbleibende Drittel steuert der Freistaat Sachsen zu. Trotzdem waren Landrat Rolf Keil und Wirtschaftsminister Martin Dulig war nur per Videobotschaft zugeschaltet.

Komplettes Ausbildungsangebot an einem Ort

Mit dem Kompetenzzentrum für den Brand- und Katastrophenschutz sollen die Jugendarbeit, Brandschutzerziehung und Nachwuchsförderung der Feuerwehren gestärkt werden, sagt Kreisbrandmeister Gerd Pürzel. "Mit einem Altersdurchschnitt von 49,5 Jahren gehört der Vogtlandkreis zu den ältesten in Sachsen. Zudem haben wir unterschiedliche Ausbildungsstände in den kleinen und größeren Feuerwehren." Mit dem zentralen Ausbildungsort solle das Niveau der Ausbildung angeglichen werden.

Wir schaffen hier eine Ausbildungsstätte für alle Sektoren des Brandschutzes der Feuerwehr.

Gerd Pürzel Kreisbrandmeister des Vogtlandkreises

Mit dem Bau habe man alles unter einem Dach, betont Pürzel. " Wir haben hier die Feuerwehr zum Anfassen für Kinder und Jugendliche und mit dem Feuerwehrbildungszentrum alle Ausbildungseinrichtungen für Erwachsene." Es gebe zukünftig Schulungsräume und Übungsmöglichkeiten im Außengelände. Im Feuerwehrtechnischen Zentrum können Atemschutztechnik und Schläuche gewartet und schwere Technik untergebracht werden.

In einem Zelt spricht ein Mann in Feuerwehruniform vor einer Projektion.
Kreisbrandmeister Gerd Pürzel (Bildmitte) erhofft sich eine bessere Verzahnung der Feuerwehrausbildung im Vogtlandkreis. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Lager für den Katastrophenschutz fällt dem Rotstift zum Opfer

Das Landratsamt teilte mit, dass der an gleicher Stelle geplante Bau eines Lagers für den Katastrophenschutz wegen "unkalkulierbarer Kostensteigerungen" auf unbestimmte Zeit zurückgestellt werden muss. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Kreistag am 8. Juli gefasst. Thomas Schlosser vom Fachbereich Katastrophenschutz sagt, dass jedoch für schnelle Hilfe in einem Katastrophenfall dringend eine zentrale Lösung geschafferden müsse: "Gerätschaften für Evakuierungen und rund 1.000 Sandsäcke lagern wir dezentral in unterschiedlichen Lagern. Deswegen brauchen wir ein zentrales Lager." Das habe man verschoben, um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden.

Deutlichere Worte findet Treuens Bürgermeisterin Andrea Jedzig. Man hätte das Problem früher offen thematisieren müssen. Rund eine Million Euro seien für die Halle nötig. "Wir haben alle Geldnot, doch wir hätten uns zusammen setzten und schauen müssen, wie wir das schaffen können." Nun müsse man im Bauablauf sehen, ob noch Geld aufzutreiben sei, um das Lager noch mit zu errichten.

Geplante Fertigstellung bis 2023

Bis 2023 soll das neue Kompetenzzentrum Brand und Katastrophenschutz fertiggestellt sein. Dann sollen nicht nur die etwa 4.000 Feuerwehrleute und Katastrophenschützer im Vogtland dort weitergebildet werden, sagt Kreisbrandmeister Gerd Pürzel. "Die Feuerwehrleute aus dem Landkreis Zwickau haben es nicht weit, genauso wie die Thüringer aus dem Landkreis Greiz." Ihm ginge es darum, das das Zentrum in Eich mit Leben erfüllt werde und ein gewisser Output entstünde. "Das könnte dann vielleicht mehr jungen Leuten Lust machen, sich aktiv bei der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz zu engagieren."

Eine Gruppe Kinder mit roten T-Shirts und selbstgebastelten Feuerwehrhelmensingt und spielt mit Schläuchen.
Vielleicht gehört bald eines der Kinder der Kita „Kleine Strolche“ aus Eich zum Feuerwehrnachwuchs. Beim ersten Spatenstich legten sie sich schon mächtig ins Zeug. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Quelle: MDR/tfr/bs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 13. September 2021 | 19:00 Uhr

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