Übernahme Gaststätte in Tannenbergsthal im Vogtland in amerikanischer Hand

Der Gaststätte "Zur Tanne" bleibt das Schicksal mancher Dorfgasthöfe erspart. Sie bleibt dank neuem Besitzer weiterhin geöffnet. Der kommt aus den USA, ist eigentlich Bayer und fühlt sich im Vogtland ausgesprochen wohl.

Der Gasthof "Zur Tanne", ein langgestrecktes zweistöckiges Gebäude, liegt an einer Straße.
Glück für Einwohner und Gäste von Tannenbergsthal: Der Gasthof des Ortes hat einen neuen Besitzer gefunden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Arizona liegt jetzt im Vogtland. Und Rolf Sasse wollte genau hierher. Mit dem Gasthof hat sich der 48 Jahre alte gebürtige Bayer, der mehr als 20 Jahre in dem US-amerikanischen Bundesstaat lebte, seinen Traum erfüllt.

Er habe das sofort gespürt, sagt Sasse. Das Gefühl war auf Anhieb da, glaube ich. Reingekommen, angekommen, Hände geschüttelt. Ja, das ist es."

Reingekommen, angekommen, Hände geschüttelt. Ja, das ist es.

Rolf Sasse Gastwirt in Tannenbergsthal

Vor dem Ankommen ist Rolf Sasse weit herumgekommen

Durch die Bundeswehr kam Rolf Sasse einst nach Arizona. In den USA lernte er auch seine Ehefrau Rose kennen, seine Tochter und sein Sohn kamen dort zur Welt. Später arbeitete Rolf Sasse als Winzer auf einem Weingut.

Die politische Entwicklung und Ereignisse wie der sogenannte Amokläufer-Drill der Kinder veranlassten ihn nach über zwei Jahrzehnten, in die alte Heimat zurückzukehren, sagt Sasse.

"Es kann doch nicht sein, dass in einer Grundschule geübt werden muss, wie Kinder sich verhalten, wenn jemand mit dem Sturmgewehr in die Kantine kommt! Das war einer der Gründe dafür, dass ich gesagt habe, hier kann ich keine Familie großziehen."

Rolf Sasse, der Wirt der Gaststätte "Zur Tanne" Tannenbergsthal, sitz im Freien vor dem Gasthaus.
Rolf Sasse hat sich seinen Traum von der eigenen Gaststätte im Vogtland erfüllt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es kann doch nicht sein, dass in einer Grundschule geübt werden muss, wie Kinder sich verhalten, wenn jemand mit dem Sturmgewehr in die Kantine kommt!

Rolf Sasse Gastronom

Der amerikanische Traum erfüllt sich im Vogtland

Sasse suchte nach einem eigenen Gasthof in Deutschland. Nicht, um vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, sondern um für seine Familie einen neuen Ort zum Leben zu haben.

Der bisherige Wirt der "Tanne" hatte bereits fünf Jahre nach einem Nachfolger gesucht. Rolf Sasse entdeckte die Annonce. Das war ein Glücksfall, sagen auch die Gäste. Sie seien traurig gewesen, als sie erfahren hätten, dass der Gasthof verkauft werden sollte. Umso schöner sei es, dass es jetzt weitergehe, sagt eine Frau.

Ein Mann ergänzt, dass auch sein Sportverein hier öfter einkehre. "Das ist schon wichtig, dass man hier einen Treffpunkt hat für jung und alt."

Eine Hand drückt auf eine Tischklingel, dahinter ein fertiges Mittagsgericht.
Die "Tanne" bleibt weiterhin ein Treffpunkt für die Tannenbergsthaler. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rose lernt Land und Leute kennen

Rolf Sasses Frau Rose ist nun Gastwirtin und feilt nebenbei an ihrem Deutsch. Die Familie habe auch schon Freunde gefunden, sagt sie. "Die Landschaft ist sehr schön hier im Vogtland. Muldenhammer und Tannenbergsthal sind schöne Orte." Und die Kultur hier sei ein Traum.

Rose Sasse, die amerikanische Frau des Wirts, lächelt in die Kamera.
Sasses Ehefrau Rose gefällt es im Vogtland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das altehrwürdige Haus wollen die neuen Besitzer Schritt für Schritt erneuern. Rolf und Rose Sasse haben noch viel vor. Denn Arizona liegt jetzt im Vogtland.

MDR (tfr/sb)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 09. Juni 2022 | 19:00 Uhr

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