Arbeitsplatzkampf Dulig: MAN soll Werkschließung für Plauen zurücknehmen

Ein Mitarbeiter des MAN Bus Modification Centers (BMC) schließt ein Ladegerät an einen Elektrobus MAN Lion's City E an.
Im MAN-Werk Plauen fertigen Mitarbeiter Busse nach speziellen Kundenwünschen um. Bildrechte: dpa

Sachsens SPD-Vorsitzender Martin Dulig will die geplanten MAN-Werksschließungen in Plauen und im österreichischen Steyr nicht kampflos hinnehmen. In einer gemeinsamen Videopressekonferenz der SPD Sachsen mit der SPÖ Oberösterreich sagte Dulig am Donnerstag: "Wir erwarten von MAN und Volkswagen Lösungen zur Standortsicherung. Wir erwarten, dass MAN die Entscheidung revidiert."

Wir haben in Ostdeutschland bittere Erfahrungen mit Deindustrialisierung gemacht, gerade im Vogtland ist in den vergangenen 30 Jahren so viel abgebaut worden. Um so wichtiger ist es jetzt, die industriellen Standorte zu erhalten.

Martin Dulig SPD Sachsen

Wegfall von Arbeitsplätzen bedroht Gewerke ringsum

Der SPD-Chef Sachsens, Martin Dulig blickt in die Kamera und spricht. Neben ihm sieht man in roten Buchstaben SPD. Dulig war am 8.10.2020 bei einer Videokonferenz aus Dresden nach Oberösterreich zugeschaltet und spa´rach über den Kampf zum Erhalt mehrerer MAN-Werke in Sachsen und Österreich.
Sachsens SPD-Chef Martin Dulig in der Videokonferenz mit der SPÖ Oberösterreich. Bildrechte: MDR

Der Münchner Lkw-Bauer MAN hatte vor einem Monat den Abbau von bis zu 9.500 Stellen angekündigt. Im oberösterreichischen Steyr sind 2.300 Arbeitsplätze vom Aus bedroht, in Plauen 150. "Es geht ja nicht nur um diese 150 Beschäftigten. Es hängen daran auch Familien, Zulieferer und Handwerker. Es geht um die Standortfrage, die weit über diese 150 Arbeitsplätze hinausgeht", meinte Dulig. Beide Werke im Vogtland und in Oberösterreich arbeiteten profitabel. Die Politik habe viel für gute Standortbedingungen, Zufahrten und Ausbildung von Fachkräften getan, meinte Brigit Gerstofer.

Scharfe Kritik an Standortpolitik von MAN

Die SPÖ-Vertreterin und Dulig kritisierten das Verhalten der Volkswagen-Tochter als "knallharten Kapitalismus". Langfristige Beschäftigungszusagen seien gebrochen und Vertrauen verspielt worden, meinte Dulig. Er habe mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beim MAN-Vorstand in München für den Erhalt des Werkes in Plauen geworben. Aber:

Gleich zu Beginn des Gesprächs wurde uns mitgeteilt, dass parallel dazu die Beschäftigungsvereinbarung, die bis 2030 gilt, einseitig gekündigt wurde. Was für eine Frechheit!

Martin Dulig SPD-Vorsitzender Sachsen

Die Parteienvertreter appellierten in ihrer Videokonferenz an die Verantwortung des Volkswagenkonzerns und seines Ablegers MAN für die Standorte und erinnerten daran, "wer die Leistungen geschaffen hat, auf denen MAN aufbaut", wenn die Produktion nach Polen oder in die Türkei verlagert werde, so Dulig.

Das, was gerade bei MAN passiert, ist leider schon oft passiert: Gravierende Fehler des oberen Managements werden auf dem Rücken der Arbeiter ausgemerzt.

Birgit Gerstofer Landesparteivorsitzende der SPÖ Oberösterreich

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.10.2020 | ab 18 Uhr in den Nachrichten

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