Technikeinbau Sternwarte Rodewisch erhält neues Teleskop

Neues Teleskop Sternwarte Rodewisch
Beim Einsetzen des neuen Teleskops in der Kuppel der Rodewischer Sternwarte ist Maßarbeit nötig. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

In der Sternwarte "Siegmund Jähn" im vogtländischen Rodewisch wird derzeit fast die komplette Beobachtungstechnik erneuert. Herzstück und ganzer Stolz der Einrichtung ist das hochmoderne Teleskop, das am Dienstag mit schwerer Technik in die Kuppel gehoben wurde. Ein Autokran und zwei Männer wurden benötigt, um das 90 Kilogramm schwere Teleskop an seinen Platz zu setzen.

"Die kleinste Ungenauigkeit bei der Technik ist schon dramatisch. Deswegen muss man sehr sehr vorsichtig mit den Geräten umgehen und nirgends anstoßen", sagt Michael Risch, Projektleiter der ausführenden Firma Baader Planetarien. "Es war schon eine sehr, sehr aufregende Geschichte und es hat alles geklappt", zeigt sich auch Olaf Graf, Chef der Sternwarte erleichtert. Die neue Technik sei ein Quantensprung für die Sternwarte, schließlich war das bisherige Teleskop 67 Jahre im Einsatz.

Moderne Teleskoptechnik für ideale Bedingungen

"Das Hauptinstrument ist ein 50-Zentimeter-Spiegelteleskop, vorher hatten wir ein 30-Zentimeter-Spiegelteleskop", erzählt Graf. "Es ist ein modernes Teleskop. Wir sind auch in der Lage, bei nicht ganz idealen Bedingungen Objekte leichter zu finden, um ein Beobachtungserlebnis bieten zu können."

Neues Teleskop Sternwarte Rodewisch
Ein Autokran hat am Dienstag das 90 Kilogramm schwere neue Teleskop in die Kuppel der Rodewischer Sternwarte gehoben. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Parallel zum Fernrohr zieht noch allerhand Kamera- und Computertechnik in die Kuppel ein. Damit könne man zum Beispiel auch Livebeobachtungen auf einem Monitor realisieren, erklärt Michael Risch. " Das muss jetzt alles noch verkabelt und mit der Kamera und mit Bildschirmen verbunden werden", so Risch. "Dann hat man zum Schluss ein Observatorium, das man sowohl visuell benutzen kann als auch für die Bildübertragung oder Bildgewinnung."

Technik kostet 165.000 Euro

Am Donnerstag wollen die Techniker fertig sein. Bei klarem Himmel soll das Teleskop schon in der kommenden Nacht endgültig justiert werden, sagt Olaf Graf. "Wir müssen jetzt ein sogenanntes Alignment fahren, das heißt also eine Einrichtung des Teleskops am Himmel, damit der Computer am Ende weiß, wo er hin soll", erklärt er.

165.000 Euro kostet die neue Technik. Darin enthalten ist auch noch ein weiteres Teleskop, das außerhalb der Kuppel aufgebaut wird, so Graf. Der Sternwartenchef fiebert bereits den nächsten klaren Nächten entgegen. "Wir werden natürlich mal schauen, dass wir ein paar spektakuläre Objekte uns anschauen, vielleicht den Orionnebel, der ein sehr schönes Objekt ist", sagt er. "Da kann man schon ein bisschen die Qualität des Teleskops einschätzen, weil wir das ja vom alten Teleskop kennen." Olaf Graf und sein Team hoffen, dass die Rodewischer Sternwarte bald wieder öffnen darf und dann auch Besucher einen Blick durch das neue Teleskop werfen können.

Quelle: MDR/al/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

0 Kommentare

Mehr aus dem Vogtland und Greiz

Mehr aus Sachsen