Bewerbung Plauen will Bundeszentrum für die Deutsche Einheit in die Stadt holen

Es könnte ein ganz großer Wurf für Plauen werden. Die Stadt wird sich als Standort für das geplante bundesweite Zentrum für Deutsche Einheit bewerben. Dafür hat sich der Stadtrat am Dienstag einstimmig ausgesprochen. Die Stadträte und Stadträtinnen waren sich auch darüber einig: Kommt das vom Bund finanzierte 40-Millionen-Projekt ins Vogtland, dann würde die Rolle Plauens bei der friedlichen Revolution 1989 endlich gebührend gewürdigt.

Übersichtsaufnahme über die Altstadt von Plauen mit einer Drohne.
Plauen erhofft sich, mit dem "Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit" mehr in den Fokus der überregionalen Öffentlichkeit zu rücken. Bildrechte: dpa

Der Arbeitstitel des Projektes ist sperrig: "Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit". Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner gerät beim Gedanken an die Möglichkeiten für das vogtländische Plauen trotzdem ins Schwärmen: "Es geht um eine Mischung aus Aufarbeitung der Geschichte der friedlichen Revolution, um die Umbrüche danach, aber auch um Transformationsgeschichten in Richtung Europa." Plauen würde damit internationale Bedeutung erlangen. "Es wäre ein Weckruf für unsere Stadt, aber auch für die gesamte Region." Die Einrichtung könnte jährlich tausende zusätzliche Gäste ins Vogtland locken, so Zenner weiter.

Für Diana Zierold, die für die Grünen im Stadtrat sitzt, gibt es daneben viele weitere Argumente, die für Plauen als Ort des Zentrums sprechen. "Ein Wissenschaftsinstitut nach Plauen zu bringen, dafür kämpfen wir schon seit Jahren. Es geht ja auch um Kultur und um Begegnung. Das sind alles Dinge, die bei uns gut aufgehoben sind." Sie sei der Meinung, dass ein solches Zentrum auch in Regionen, die nicht immer auf der Tagesordnung stehen würden, gut angebracht wäre. "Damit könnte man zeigen, dass diese Prozesse der Entwicklung nicht nur in Großstädten stattfinden."

Plauen erhofft sich Wertschätzung für die friedliche Revolution 1989

Gleichzeitig wäre es auch eine besondere Wertschätzung in Bezug auf die Ereignisse rund um die friedliche Revolution im Herbst 1989 in Plauen, meint Stadtrat Sven Gerbeth. "Ich denke, die Rolle Plauens könnte noch umfassender dargestellt und weiter ins Land hinausgetragen werden. Damit meine ich nicht unbedingt, dass wir die Ersten und Besten waren", sagt der FDP-Politiker.

Aber bei uns in Plauen ist die Staatsmacht zum ersten Mal zurückgewichen.

Sven Gerbeth Stadtrat in Plauen

Mit dem Zentrum würde dies deutlich werden. Außerdem könnten die Geschehnisse, insbesondere aus der Umbruchszeit, umfassender beleuchtet werden, zeigt sich Gerbeth überzeugt.

Stadt plante bisher ein eigenes Dokumentationszentrum

Für die Erinnerung an die friedliche Revolution in Plauen hatte die Stadt bisher ein eigenes Informations- und Dokumentationszentrum geplant. Diese Inhalte könnten nun in das neue Projekt einfließen, sagt Kulturbürgermeister Steffen Zenner. Doch auch andere Städte hätten Interesse an dem neuen Zukunftszentrum bekundet. "Ich weiß, dass es die üblichen Verdächtigen sind: Leipzig und Dresden." Cottbus habe sich wohl ebenfalls ins Spiel gebracht. "Doch ich weiß, dass es wohl eher eine kleinere Stadt im Zentrum Deutschlands sein soll. Da passen wir wunderbar in das Konzept."

Nun werde eine Arbeitsgruppe mit Akteuren aus der Stadt, Wissenschaftlern und externen Fachleuten gegründet, um die Bewerbung schnell auf den Weg zu bringen, so Zenner. In einem Jahr will der Bund entscheiden, wo das Zukunftszentrum entstehen wird.

Ein leerstehendes Haus mit großen Toren und Antennen auf dem Dach steht an einer Nebenstraße.
Im alten Brandschutzzentrum der Stadt Plauen sollte bereits das kommunale Erinnerungszentrum einziehen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Quelle: MDR/tfr/bs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 15. Juni 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

lk2001 vor 7 Wochen

Für was ist ein Bundeszentrum für deutsche Einheit gut ? Um noch mehr Leute zu Beschäftigen die Irgendwas mit Medien oder Politik gelernt haben ? Den Plauenern sei es gegönnt, einen Nutzen für die Allgemeinheit sehe ich nicht.

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