Landestalsperrenverwaltung Drohendes Massensterben - Talsperre Pöhl wird abgefischt

Seit den 1980er Jahren tummeln sich Silberkarpfen in der Talsperre Pöhl. Mittlerweile machen sie einen Großteil des Fischbestands aus. Doch nun droht ein Massensterben, die Landestalsperrenverwaltung muss eingreifen.

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen lässt seit Anfang August Silberkarpfen aus der Talsperre Pöhl im Vogtland entnehmen. Wie die Behörde mitteilte, ist ein Abfischen von Teilen des Bestandes eine notwendige Maßnahme, um ein großflächiges Fischsterben vieler alter Fische gleichzeitig zu vermeiden. Diese so genannte Hegebefischung diene dazu, dass sich der Fischbestand in der Stauanlage so entwickle, wie geplant. Die Aktion soll noch bis zum Mittwoch dauern.

Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2019 machen die Silberkarpfen rund die Hälfte der Biomasse in der Talsperre Pöhl aus. Bereits 2004 hatte es eine derartige Untersuchung gegeben, nachdem im gleichen Jahr etwa drei Tonnen Silberkarpfen in der Talsperre verendet waren, so die Behörde.

Überalterter Bestand

Ende der 1980er Jahre wurden in der Talsperre Silberkarpfen angesiedelt. Die Fische stammen ursprünglich aus Asien und können sich in unseren Gewässern normalerweise nicht natürlich fortpflanzen. Weil sie aufgrund ihrer Größe aber keine Fressfeinde haben, komme es zu einem überalterten Bestand, aus dem ein plötzlich auftretendes Massensterben resultieren könne, teilte die Talsperrenverwaltung mit. Um dem entgegen zu wirken werde regelmäßig abgefischt. In absehbarer Zeit werde es keine Silberkarpfen mehr in der Talsperre Pöhl geben.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten | 10. August 2021 | 13:30 Uhr

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