Sammelklage gegen Sparkasse Die Uhr für Prämiensparer im Vogtland tickt

Zwei Frauen stehen an einem Tisch mit einer rechteckigen Digitalur.
Heike Teubner von der Verbraucherzentrale Auerbach und Nicole Leistner von der in Plauen wissen, was die Stunde für Prämiensparer der Sparkasse Vogtland geschlagen hat. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Im vogtländischen Auerbach tickt die Uhr für Prämiensparer der Sparkasse. Zumindest für diejenigen, die sich noch einer Musterfeststellungsklage der Verbraucherschützer gegen die Sparkasse Vogtland anschließen wollen. Die Verbraucherschützer machen seit Freitag mit einer rückwärts laufenden Digitaluhr auf die verbleibende Frist aufmerksam.

Heike Teubner, die Chefin der Auerbacher Beratungsstelle, weiß, was die Stunde geschlagen hat. "Die Verhandlung wird am 31. März in Dresden stattfinden und es gibt bereits mehr als 960 Kläger, die sich dieser Klage angeschlossen haben."

Verbraucherschützer erwarten bis zu 14.000 Euro Nachzahlung

Streitpunkt sind Verträge mit dem Namen "Prämien-Spar-Flexibel", die oftmals bis in die 1990er-Jahre zurückreichen, sagt Teubner. "Es geht hier konkret darum, dass die Verbraucherzentralen der Meinung sind, dass die Zinsanpassung für die variablen Sparverträge nicht konkret erfolgt ist." Dabei ginge es um Beträge für die Rückerstattung zwischen 300 und 14.000 Euro pro Person. "Gespräche mit der Sparkasse über eine außergerichtliche Einigung sind bisher fehlgeschlagen", sagt Heike Teubner. Die angebotenen Vergleichszahlungen beliefen sich häufig gerade mal auf zehn bis 20 Prozent der tatsächlichen Summe.

Sparbuch der Sparkasse
Bildrechte: imago images/Rüdiger Wölk

Kunden sind sauer

Dementsprechend sauer seien auch die Kunden, erzählt Nicole Leistner, die Leiterin der  Verbraucherzentrale in Plauen. "Natürlich haben wir viele Verbraucher, die wahnsinnig enttäuscht sind. Viele haben selbst versucht, mit der Sparkasse in Kontakt zu treten." Das sei aber bisher meist erfolglos geblieben. Mit einer Beteiligung an der Sammelklage der Verbraucherschützer gehe niemand ein Risiko ein, ganz gleich, wie das Gericht entscheiden werde, sagt Leistner. "An den Kosten des Klageverfahrens ist der Sparer, der sich eintragen lässt, nicht beteiligt. Wir hatten ja schon Klagen, die recht erfolgreich gelaufen sind. Das betraf die Sparkasse Zwickau, die Erzgebirgssparkasse und die Sparkasse Leipzig." Da die Verträge der Sparkasse Vogtland nicht wesentlich anders gestaltet seien, rechnen die Verbraucherschützer mit einer ähnlichen Entscheidung.

Allerdings, schränkt Heike Teubner ein, werde die Sparkasse Vogtland wohl auch bei einer erfolgreichen Klage nicht sofort die fälligen Zinsen nachzahlen. Im Herbst werde mit einem finalen Urteil des Bundesgerichtshofs gerechnet. Erst das soll Klarheit bringen.

Bundesgerichtshof Karlsruhe
Erst ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlruhe wird für Sparer und Sparkassen endgültige Klarheit bringen. Bildrechte: imago images/Gutschalk

Quelle: MDR/tfr/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2021 | 16:30 Uhr im regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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