Sanierung Vogtlandpioniere wollen historische Gebäude retten

"Altes beleben – Neues bewegen" – Unter diesem Motto arbeitet im Vogtland ein ganz besonders Netzwerk: die Vogtlandpioniere. Das Bündnis will dabei helfen, historische Gemäuer der Region von der Industriebrache bis hin zur Burgruine zu retten – und einer neuen Nutzung zuzuführen. Auch das Herrenhaus in Liebau, unweit der Talsperre Pöhl, spielt bei einem Projekt eine wichtige Rolle.

Ein altes Herrenhaus
Das alte Herrenhaus in Liebau soll saniert und wiederbelebt werden. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Vor-Ort-Termin in einer gesicherten Ruine: Wände aus nackten Ziegeln, ein notdürftig geschlossenes Dach. Die Fenster fehlen und sind mit Folie gesichert. Das 150 Jahre alte Herrenhaus in Liebau habe schon bessere Zeiten erlebt, sagt Matthias Melitzki vom Land Vogtland e.V.

"Es wurde als Flüchtlingsunterkunft nach dem Krieg verwendet, zu DDR Zeiten bewohnt", erzählt Melitzki. "Es wurde immer schlechter, ist vernachlässigt worden, verfiel dann immer mehr als Ruine und sollte am Ende abgerissen werden."

Seit 2006 kümmert sich der Verein um das Gebäude und konnte zumindest den weiteren Verfall stoppen. Dabei soll es nicht bleiben. Deswegen habe man sich dem Projekt Herbergenhäuser angeschlossen.

Umfassende Sanierung geplant

"Wir wollen jetzt nicht mehr in kleinen Reparaturen denken, sondern das Haus soll saniert werden", erzählt Melitzki. "Es soll einen Nutzen bekommen mit diesem Herbergenhaus-Projekt, so dass wir Unterkunft anbieten. Eine Seite ist angedacht als Cafe, so dass man diesen Ort wiederbeleben kann."

Ein altes Herrenhaus
Seit 2006 kümmert sich der Verein Land Vogtland um das alte Herrenhaus in Liebau und versucht den Verfall aufzuhalten. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Das Projekt Herbergenhäuser wurde von den Vogtlandpionieren initiiert. Das Herrenhaus Liebau sei eines von fast 50 historischen Objekten im sächsischen, thüringischen, bayrischen und böhmischen Vogtland, die dafür in Frage kämen, sagt Andrea Gerlach von INNOVENT aus Jena, der Koordinierungsstelle der Vogtlandpioniere.

"Es gibt unglaublich viele Gebäude, die tatsächlich Unterstützung brauchen", sagt sie. Die Idee sei, dass sich verschiedene dieser Herbergenhäuser zu einem Netzwerk zusammen tun. "Die Gebäude sollen aufblühen und wieder in Nutzung gebracht werden", sagt Gerlach.

Zusammenarbeit zwischen den Herbergenhäusern

Am Ende soll es gemeinsame touristische Angebote, wie Wander- oder Fahrradtouren, zwischen den Herbergenhäusern geben. Eine Zusammenarbeit untereinander könnte aber schon vorher sehr hilfreich sein, meint Matthias Melitzki. "Im Prinzip haben ja alle die gleichen Probleme: Jedes Haus ist verfallen, jeder Verein ist in der Aussichtlosigkeit, wie soll es weiter gehen", sagt er. Es gehe auch um den Austausch über Fördermöglichkeiten.

Ein altes Herrenhaus
Über das Projekt Herbergenhäuser von den Vogtlandpionieren soll das alte Herrenhaus in Liebau wieder zum Leben erweckt werden. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Denn Geld bleibt auch bei der Sanierung des Herrenhauses in Liebau das größte Problem. Der Land Vogtland e.V. hofft auf Unterstützung über die Europäische Union und den Dekmalschutz. "Wir sind jetzt dran, das Nutzungskonzept zu verfeinern, eine Kostenanalyse zu machen und dann an die Fördertöpfe zu gehen und zu sagen, das ist der Plan", so Melitzki.

Auch wenn es sicher noch einige Zeit dauern wird – das Projekt Herbergenhäuser der Vogtlandpioniere könnte für das Herrenhaus in Liebau ein wichtiger Schritt in eine neue Zukunft sein.

MDR (al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 25. Februar 2022 | 16:30 Uhr

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