Facharzttermin Augenärztliche Versorgung im Vogtland bleibt angespannt

Eine Mann sitzt hinter einem Phoropter
Ein Termin für eine fachärztliche Augenuntersuchung ist im Vogtland nur schwer zu bekommen. Bildrechte: dpa

Die augenärztliche Versorgung im Vogtland wird sich kurzfristig nicht verbessern. Mit diesem Ergebnis kommt Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert von einem Gespräch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen zurück. Dort sei man sich der Problematik zwar bewusst, könne aber zur Zeit wenig tun, so Deckert.

Junge Ärzte streben an Uni-Kliniken

Es würden derzeit in Sachsen 16 Augenärzte ausgebildet und die, die fertig sind, ziehe es an große Unikliniken, wo sie operieren können, so der Kommunalpolitiker. Wenige hätten Interesse, eine Praxis auf dem Land zu übernehmen. Die Vogtland-Ausgabe der Tageszeitung "Freie Presse" hatte Ende vergangenen Jahres berichtet, im Vogtlandkreis seien gemessen am Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung 5,5 Augenarzt-Stellen unbesetzt. Laut dem Bericht sei Patientinnen und Patienten geraten worden, sich in Leipzig, Dresden oder im bayerischen Hof einen Augenarzt-Termin zu besorgen. Fachärzte in der Region hätten lange Wartezeiten.

Pilotprojekt Telemedizin zur Entlastung von Fachärzten

Der "Vogtland-Anzeiger" hatte vergangenen Herbst von einem Augenarzt in Plauen berichtet, der nur noch Privatpatienten behandelt. Der Mediziner wollte der Zeitung zufolge mit 70 Jahren kürzer treten, was ihm die Kassenärztliche Vereinigung verwehrt habe. Einen Nachfolger für seine Praxis habe der Arzt auch nicht finden können. Er gilt den Angaben zufolge als Koryphäe seines Fachgebietes in der Region, war als Oberarzt in einer Klinik und später als niedergelassener Arzt sehr bekannt.

Das sächsische Gesundheitsministerium hatte im April 2019 unter der damaligen Ressortchefin Barbara Klepsch ein Pilotprojekt vorgestellt, bei dem ein Augenarzt in der Region um das erzgebirgische Marienberg Telesprechstunden anbot. Dieses Angebot richtete sich insbesondere an Patienten mit Diabetes, bei denen augenärztliche Kontrollen notwendig seien, hieß es. Auch im Vogtland nutzen Optiker die Telemedizin, um Augenärzte zu entlasten. Allerdings sind die Untersuchungen dort kostenpflichtig. Die Diagnose der Optikeruntersuchung nimmt ein Augenarzt vor und entscheidet über die Notwendigkeit weiterer Behandlungsschritte.

Quelle: MDR/lam/bs

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 12. Mai 2021 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

lk2001 vor 5 Wochen

Das Versagen hat auch einen Namen. Und Zwar CDU,Spd und nun auch Grüne Landesregierung. Leider nicht nur bei der Augenärztlichen Versorgung.

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