Wintersport Klingenthal bereitet sich auf doppelten Weltcup vor

Neue Großschanze in Klingenthal
In Klingenthal soll es im Februar 2021 gleich zwei Weltcups an einem Wochenende geben. Bildrechte: dpa

Anfang Februar 2021 soll es in der Vogtland Arena Klingenthal erstmals an einem Wochenende gleich zwei Weltcup-Veranstaltungen geben. Gleichzeitig mit den Nordisch-Kombinierern sind nun auch die Spezialspringer zu Gast. Alexander Ziron, Geschäftsführer des VSC Klingenthal, hat nicht gezögert, als die Anfrage kam. Klingenthal soll für den eigentlich im japanischen Sapporo geplanten, und wegen Corona kurzfristig abgesagten Skisprung-Weltcup einspringen.

"Wir haben in den letzten Jahren unsere regulären Weltcups ordentlich über die Bühne gebracht und standen auch immer für Notsituationen zur Verfügung. So auch jetzt", sagt Ziron. "Es ist sicherlich ein Geschenk, dass wir den Weltcup im Skispringen parallel zu unserem regulären Kombinationsweltcup durchführen dürfen." Somit werden am 6. und 7. Februar nicht 60, sondern rund 120 Sportler und ein doppelt so großer Tross an Trainern und Betreuern in Klingenthal erwartet. Gerade in Zeiten von Corona bedeutet das einen ungeheuren Mehraufwand.

Abstand in zwei Sportlerdörfern

"Die Sportler der unterschiedlichen Disziplinen werden sich nicht einmal über den Weg laufen", so Ziron. "Wir werden ein zweites Sportlerdorf einrichten, haben eine Zeitplan der genügend Abstand zwischen den Wettbewerben gewährleistet" Schlüsselpositionen seien doppelt, dreifach und vierfach besetzt worden.

Es werde niemand auf dem Gelände sein, der nicht vorab negativ auf Corona getestet wurde, versichert Ziron. Um den derzeit noch fehlenden Schnee macht sich der VSC-Chef  dagegen weniger Gedanken. "Die Schanze ist zu 50 Prozent fertig, die Laufstrecke haben wir auf 800 Metern präpariert", sagt er. "Wir gehen mal davon aus, dass nach Weihnachten die nächste Kälteperiode kommt und wir alles fertig präparieren können."

Zuschauer sind unwahrscheinlich

Die Chance, dass Zuschauer die beiden Weltcups live miterleben können, beziffert Ziron derzeit auf rund fünf Prozent. Man habe aber ein entsprechendes Konzept in der Schublade. "Sollte es die Möglichkeit geben, werden wir sehr kurzfristig reagieren. Wenn, dann nur über Onlinetickets, die personalisiert sind und wenn dann nur in einer sehr geringen Anzahl", erzählt er.

Trotz dieser eher trüben Aussichten sieht Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes der Vogtland Arena ist, im Doppelweltcup mehr Chancen als Risiken. "Es ist das erste Mal mit zwei Weltcups. Das ist jetzt mal so ein Testlauf", sagt er. "Wichtig ist natürlich, dass das Sportliche alles tipptopp funktioniert." Den Aufwand zum Präparieren habe man nur ein Mal. Unterm Strich rechne er damit, dass der Weltcup ohne Zuschauer finanziell sogar lukrativer sein könne als mit Zuschauern.

Dass die Klingenthaler mit ungewöhnlichen Herausforderungen umgehen können, haben sie bereits beim Weltcup 2007 bewiesen. Der wurde damals innerhalb von nur 10 Tagen organisiert.  

Quelle: MDR/al/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.12.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

3 Kommentare

Manfred vor 27 Wochen

Natürlich, Krankenhäuser, Impzentren oder Teststationen...alles sinnvoller als Sportler zu testen oder aufzupäppeln, damit die dann Fussball spielen dürfen oder um Millisekunden schneller als ein Konkurrent. Ich bin eh der Meinung im Moment ist das wirklich völlig uninteressant.

Manfred vor 27 Wochen

Alles wird heruntergefahren...so weit so gut oder schlecht... wird ja vieles ,dass nicht überleben.
Waren eben noch die Friseure offen machen Sie jetzt zu, obwohl auch hier die Konzepte super waren. Man hatte die Pyrotechniker fast vergessen, gerade noch die Kurve gekriegt, Verkauf untersagt. Aber was passiert im Sport, NICHTS, es fehlen die Besucher, trotzdem kaspern die weltweit rum, werden permanent getestet und jammern das die Sponsoren nicht mehr zahlen, siehe Schwanitz. Beendet endlich diesen Unsinn und schickt die dann unnötigen unzähligen Sportmediziner mit an die "Front"!

MDR-Team vor 27 Wochen

Mit 'Front' meinst du Krankenhäuser etc. Manfred?

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