Hilferuf Händler in Zschopau beklagen ausbleibende Hilfe

Drei Frauen mit Plakaten (Wir gehen mit...unter) vor einem Schuhgeschäft.
Die Zschopauer Händler fordern, dass die zugesagten Hilfsgelder endlich auch bei ihnen ankommen. Bildrechte: Gewerbeverein Zschopau e.V.

In Zschopau haben am Montag die Einzelhändler zum zweiten Mal innerhalb einer Woche auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht.

Die Plakataktion mit dem Titel "Wir machen AUF-MERKSAM" richtet sich an die Politik, die nach Aussage des Zschopauer Gewerbevereins-Chefs Robert Hähnel ihren Worten endlich auch Taten folgen lassen soll.

Seit acht Wochen sind wir im Lockdown. Von den versprochenen Corona-Hilfen haben wir seitdem noch nichts gesehen.

Robert Hähnel Vorsitzender des Gewebevereins Zschopau

Der Öffentlichkeit werde vermittelt, dass die Milliardenzahlungen schon bei den Unternehmen angekommen seien und sich da keiner mehr Sorgen machen müsse, sagt Hähnel. "Ab Mitte Februar soll es möglich sein, die 'Überbrückungshilfe III' genannten Gelder zu beantragen. Doch auch dann werden nur 90 Prozent unserer Fixkosten ersetzt. Da ist noch kein Unternehmerlohn und damit keine Miete für die eigene Wohnung und kein Essen bezahlt. Und zehn Prozent der Fixkosten kommen noch obendrauf."

Plakate sollen die Politik aufrütteln

Mit der Plakataktion soll die Politik an ihre Versprechen erinnert werden, sagt Hähnel. "Wir werden die Bilder der Unternehmer mit den Plakaten in der Hand über die sozialen Netzwerke verteilen." Er hoffe, dass damit so viele Menschen wie möglich und natürlich auch die Politik erreicht werde.

Für die Händler ist die Schmerzgrenze erreicht

Michaela Simon-Hänel, Mitinhaberin des Bekleidungsgeschäfts 's'Lädel' in Zschopau, macht eine einfache Rechnung auf. "Im Januar hatten wir nicht einmal zehn Prozent unseres normalen Umsatzes." Davon müssten Renten- und Krankenkassenbeiträge bezahlt werden. "Es heißt, das seien ja unsere Kosten und nicht die laufenden Ausgaben. Aber unsere Kosten hätten wir ja nur durch einen laufenden Geschäftsbetrieb gut decken können."

Zwei Frauen mit Plakaten (Wir machen auf...merksam) vor einem Geschäft.
Michaela Simon-Hänel und Kathrin Leimbrock haben im Januar gerade einmal zehn Prozent des normalen Umsatzes durch Online-Verkäufe erzielt. Bildrechte: Gewerbeverein Zschopau e.V.

Einzelhändler wollen wieder öffnen

Für Michaela Simon-Hänel ist die andauernde Schließung der kleinen Geschäfte nicht nachvollziehbar. "Wir hatten ein gutes Hygienekonzept, alle Auflagen sind vor der angeordneten Schließung des Einzelhandels eingehalten worden."

Wir brauchen eine Perspektive, wann wir wieder öffnen können.

Michaela Simon-Hänel Bekleidungsgeschäft "s'Lädel"

In den Großmärkten sei von Hygienekonzepten gefühlt nichts zu spüren, sagt Michaela Simon-Hänel. "Abstandsregeln gibt es da nicht. Die Leute gehen in die Supermärkte, um überhaupt einmal einkaufen zu können. Wir warten aber vergebens auf einen Termin, um wieder zu starten.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.02.2021 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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