Autoindustrie Wegen Russlands Krieg gegen Ukraine: Kurzarbeit bei VW in Zwickau und Dresden

Wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine wird in der kommenden Woche die Autoherstellung in den VW-Werken Zwickau und Dresden unterbrochen. Mitarbeitende werden für einige Tage in Kurzarbeit geschickt. Laut VW fehlen Materiallieferungen.

VW Sachsen Vorreiter bei E-Mobilität - in Zwickau läuft kein Verbrenner mehr vom Band.
Bei VW Sachsen in Zwickau müssen nächste Woche viele Mitarbeiter in Kurzarbeit. Bildrechte: MDR/Volkswagen AG

Der Volkswagenkonzern reagiert auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Weil Materiallieferungen aus der betroffenen Ukraine fehlen, wird die Autoproduktionen an einigen Tagen nächste Woche in Zwickau und Dresden ruhen. Für mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet das: Kurzarbeit. In Zwickau werden nach Angaben eines Sprechers von Dienstag bis Freitag die Bänder stillstehen. In Dresden werden von Mittwoch bis Freitag keine Fahrzeuge produziert.

Lieferbeziehungen in Gefahr

Demnach fehlen unter anderem Elektrokabelsätze, die in der Ukraine hergestellt werden. Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess sagte am Freitag, man habe eine Taskforce eingerichtet, um weitere mögliche Folgen etwa auf die Lieferbeziehungen abzuschätzen. Der VW-Chef hatte mit Entsetzen auf den Kriegsbeginn in der Ukraine reagiert. Mitarbeitern sei angeboten worden, sie nach Deutschland auszufliegen, hieß es.

Als einer der weltgrößten Autohersteller mit 660.000 Beschäftigten beobachten wir den Angriff auf die Ukraine mit großer Sorge und Bestürzung.

Herbert Diess Volkswagen-Konzernchef

Der Autozulieferer Leoni aus Nürnberg hat seine beiden Werke in Stryji und Kolomyja nahe Lwiw in der West-Ukraine bereits am Donnerstag wegen des russischen Angriffs auf das Land vorerst geschlossen. Rund 7.000 Mitarbeiter fertigen dort Kabelbäume (Bordnetze) für Autos. Ein Sprecher sagte, VW sei ein großer Kunde von Leoni. Ob die Produktionsunterbrechungen in Sachsen mit dem Produktionsstopp bei Leoni zusammenhängen, wusste der Sprecher aber nicht.

Absatzmarkt Osteuropa

Volkswagen betreibt in Kaluga südwestlich der russischen Hauptstadt Moskau eine eigene Autofertigung. Zentral- und Osteuropa sind für den nach Toyota zweitgrößten Autokonzern ein wichtiger Absatzmarkt. 2021 lieferten alle Marken der VW-Gruppe dort fast 660.000 Fahrzeuge aus. Neue Autos der Kernmarke VW Pkw wurden 2021 in der Region rund 206.000 Mal verkauft.

MDR (kk)/dpa/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 26. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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