Modellprojekt VW Zwickau impft Mitarbeitende gegen Corona

Blick auf das Werk von Volkswagen Sachsen in Zwickau.
VW Sachsen ist eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, bei denen Betriebsärzte an der bundesweiten Corona-Impfkampagne beteiligt sind. Bildrechte: dpa

Bei Volkswagen in Zwickau werden seit Dienstag die ersten Mitarbeitenden gegen Corona geimpft. Damit ist der Autobauer eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, bei denen Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligt sind. Nach Angaben des Sächsischen Sozialministeriums handelt es sich bei der Impfaktion um ein Modellprojekt. Ein Sprecher des Ministeriums betonte, dass eine flächendeckende Einbindung von Betriebsärzten derzeit noch nicht möglich sei. Mit dem Test ließen sich jedoch wertvolle Erfahrungen sammeln.

VW: Impfpriorisierung wird strikt eingehalten

Der Geschäftsführer Personal von VW Sachsen, Dirk Coers, sagte, dass bei den Impfungen strikt nach geltender Impfpriorisierung gehandelt werde. "Es gibt keine Sonderkriterien." Geimpft würden demnach nur Mitarbeitende mit bestimmten chronischen Erkrankungen und solche, die aus dem Vogtlandkreis stammen. Im Vogtland können aufgrund der hohen Inzidenz zurzeit alle Erwachsenen geimpft werden.

Krankenschwester Susanne Kugel bereitet eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca vor.
Bei der Imfung im Zwickauer VW-Werk soll strikt nach der geltenden Impfpriorisierung vorgegangen werden. Bildrechte: dpa

300 Impfdosen stehen zur Verfügung

Vorerst stehen 300 Impfdosen für die Erstimpfung bei Volkswagen Sachsen zur Verfügung. Im Zwickauer Werk stehen sechs Werksärzte und neun Krankenschwestern für die Impfungen bereit. Falls weiterhin ausreichend Impfstoff bereitstehe, solle ab Mitte April auch in den VW-Werken Chemnitz und Dresden geimpft werden, sagte Dirk Coers MDR SACHSEN. Nach eigenen Angaben beschäftigt Volkswagen Sachsen in seinem Zwickauer Werk etwa 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Nierenschale mit Spritzen
Für die Erstimpfung sind für VW Sachsen 300 Impfdosen bereitgestellt worden. Bildrechte: dpa

Nur VW-Betriebsärzte dürfen impfen

Das sächsische Sozialministerium hat das DRK bislang nur für dieses Modellprojekt damit beauftragt, Impfstoff für Betriebsärzte bereitzustellen, sagte Kai Kranich, der Pressesprecher des DRK Sachsen.

Mehrere Fachverbände und Unternehmen fordern seit langem, die rund 12.000 Betriebsärztinnen und -ärzte in Deutschland in die Impfkampagne einzubinden. "Wenn man in die Fläche gehen will, müssen die Priorisierungen weg und genug Impfstoff da sein", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin, Thomas Nesseler.

Es sei derzeit frühestens Ende April oder Anfang Mai mit einer flächendeckenden Einbindung von Betriebsärztinnen und -ärzten in die Impfungkampagne zu rechnen, sagte Nesseler.

Quelle: MDR/tfr/nk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.03.2021 | 13:08 Uhr

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