Facebook-Post NS-Vergleich: Wissenschaftsministerium prüft Konsequenzen gegen Professorin

Auch private Meinungsäußerungen können Arbeitgeber verstimmen - selbst wenn sie von der Meinungsfreiheit gedeckt sein mögen. Eine Zwickauer Kunst-Professorin hat aus Sicht ihres Arbeitgebers die Grenzen des Sagbaren überschritten. Neben immer breiter diskutierter öffentlicher Kritik werden nun auch arbeitsrechtliche Schritte gegen die Frau geprüft.

Blick auf den Eingangsbereich der Westsächsischen Hochschule am Kornmarkt in Zwickau
Die Westsächsische Hochschule distanziert sich von dem Facebook-Post einer ihrer Professorinnen. Bildrechte: dpa

Das Sächsische Wissenschaftsministerium prüft arbeitsrechtliche Konsequenzen gegen eine Kunst-Professorin der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Die Frau soll auf ihrem privaten Facebook-Account die Einschränkungen für Ungeimpfte mit dem Ausschluss von Menschen aus der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus verglichen haben.

Das Wissenschaftsministerium sieht in derartigen Äußerungen einen unverantwortlichen, geschichtsvergessenen Missbrauch der Meinungsfreiheit. Unabhängig vom Ausgang der Prüfung zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen distanziert sich das Sächsische Wissenschaftsministerium ausdrücklich von der Aussage der Professorin.

Jegliche Vergleiche der jetzigen Infektionsschutzmaßnahmen mit Methoden des Naziregimes zur Verfolgung und Vernichtung von Menschen verbieten sich und stehen weit jenseits eines akzeptablen Diskurses.

Sächsisches Wissenschaftsministerium

Hochschule und Museum distanzieren sich

Die Westsächsische Hochschule distanziert sich ebenfalls von dem Post. Außerdem teilte sie mit, dass die Betroffene derzeit keine Lehrtätigkeit an der Hochschule ausübt. "Ich bin entsetzt", sagte Stephan Kassel, Rektor der Westsächsischen Hochschule, auf Anfrage von MDR SACHSEN. "Das ist weit über den Grenzen, wo man persönliche Meinungsfreiheit ausüben sollte." Er sei enttäuscht, da solche Aussagen mit Wissenschaft leider gar nichts zu tun hätten.

Auch das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) distanzierte sich online von dem Post. Man habe entsprechende Konsequenzen gezogen. Die Professorin hatte für das Museum Ausstellungen organisiert. Den Vorfall hatte ein Internet-Blogger bekannt gemacht. Die Professorin hat den betreffenden Beitrag mittlerweile abgeändert.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 15. Oktober 2021 | 09:30 Uhr

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