Staatsanwaltschaft Obduktion: Mutter in Werdau mit mehreren Messerstichen getötet

Nachdem ein Familienvater aggressiv auffiel und sagte, er habe seiner Familie etwas angetan, fanden Beamte in der gemeinsamen Wohnung die Ehefrau und das Kind - beide tot. Nun müssen Ermittler herausfinden, was genau geschah. Erste Obduktionsergebnisse liegen vor. Gegen den wegen Mordes Beschuldigten wurde ein Unterbringungsbefehl in der Psychiatrie erlassen.

Polizeibeamte unterhalten sich vor einem Wohnhaus in dem in der Nacht zuvor eine Mutter und ihr Kind getötet worden waren.
Die Kriminalpolizei Zwickau ermittelt in einem möglichen Doppelmord. Ein Mann soll seine Ehefrau und das Kind heimtückisch getötet haben, so der Vorwurf. Bildrechte: dpa

Die in Werdau getötete Mutter ist an mehreren Stichverletzungen im Oberkörper gestorben. Das hat laut Staatsanwaltschaft Zwickau die Obduktion ergeben. Zur Todesursache des Kindes könnten keine Angaben gemacht werden, sagte eine Staatsanwaltschaftssprecherin MDR SACHSEN. Auch der Tatzeitpunkt sei noch unklar. Der 30 Jahre alte Familienvater soll die 43 Jahre alte Ehefrau und den Jungen (3) getötet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen gegen den Deutschen. Er soll seine Frau und das Kind in der gemeinsamen Wohnung in Werdau heimtückisch getötet haben.

Es ist von einer Tötung vor mehreren Tagen auszugehen. Hierzu laufen jedoch weitere Untersuchungen. Ob der Beschuldigte bei Begehung der Tat unter Drogen stand, wird ebenfalls geprüft.

Ines Leonhardt Sprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau

Viele Fragen offen - Beschuldigter in Psychiatrie

Der Tatverdächtige wurde noch am Mittwoch in eine Psychiatrie eingeliefert. Ein Richter des Amtsgerichts Zwickau hatte einen sogenannten Unterbringungsbefehl gegen ihn erlassen. Ob der Beschuldigte bei der Tat unter Drogen stand, ist laut Staatsanwaltschaft derzeit noch unklar. Am Mittwoch hieß es von der Polizei, der Mann sei wegen Drogendelikten, Körperverletzung und Sachbeschädigung bereits bekannt.

Polizeibeamte arbeiten vor einem Wohnhaus in dem in der Nacht zuvor eine Mutter und ihr Kind getötet worden waren.
Mitarbeiter der Spurensicherung waren am Mittwoch am Wohnhaus der Opfer in Werdau tätig. Bildrechte: dpa

Geprüft wird auch, ob der Tatverdächtige zum Tatzeitpunkt unter Drogen stand und möglicherweise im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit gehandelt hat. Der 30-Jährige machte bislang keine Aussagen. Daher ist auch das Motiv weiterhin unklar, so die Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte hatte sich Dienstagnacht in der Notaufnahme des Klinikums Zwickau aggressiv benommen, weshalb Mitarbeiter die Polizei riefen. Den Beamten sagte der Mann, dass er seiner Frau und dem Kind etwas angetan habe. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden Polizei und Rettungskräfte die beiden Opfer tot in der Wohnung.

Quelle: MDR/kk/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 02. September 2021 | 13:30 Uhr

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