Drohende Werkschließung Beschäftigte bei Haribo in Wilkau-Haßlau kämpfen für ihre Jobs

Viele Gummibärchen von Haribo
Ende des Jahres will Haribo keine Gummibärchen mehr in Wilkau-Haßlau produzieren. Bildrechte: dpa

Die Beschäftigten des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau wollen um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Der Betriebsrat teilte mit, man werde nicht hinnehmen, dass das Werk geschlossen werde. Vor Weihnachten 150 Leute auf die Straße zu setzten, mache sprachlos, hieß es von den Belegschaftsvertretern. Eine Online-Petiton zum Erhalt des Werkes haben bereits mehr als 4.700 Menschen unterzeichnet.

Begründet wird der Schließungsplan von der Unternehmensleitung im fernen Bonn mit mangelnder Wirtschaftlichkeit.

Betriebrat: Schließungsankündigung überraschend

Die Geschäftsleitung des Süßwarenherstellers hatte am Freitag angekündigt, den Standort Wilkau-Haßlau dicht zu machen. Den Beschäftigten sollen Jobs an anderen deutschen Standorten des Gummibärchen-Herstellers angeboten werden. Laut Betriebsrat in Wilkau-Haßlau ist man von den Schließungsplänen völlig überrascht worden.

Wir als Betriebsrat hatten die Geschäftsleitung eingeladen, weil wir einfach mal über die aktuelle Situation sprechen wollten. Und darauf hin wurde uns eben mitgeteilt, dass zum 31.12. die Produktion beendet wird.

Maik Pörschmann | Betriebsrat

Seit 1990 eine Haribo-Tochter

Haribo-Wesa GmbH in Wilkau-Haßlau
In Wilkau-Haßlau werden Gummibärchen und andere Figuren für die Marke Haribo gefertigt. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn will das sächsische Werk schließen. Bildrechte: dpa

Haribo in Wilkau-Haßlau ist seit 1990 eine 100-prozentige Tochter des Haribo-Konzerns in Bonn. Seit den 1960er-Jahren werden in dem westsächsischen Betrieb des damaligen Süßwarenkombinats Halle Gummibärchen hergestellt, die in der DDR offiziell "Gelatine-Elastik-Zuckerwaren" hießen und meistens zur klassischen Bückware gehörten.

Ein nicht unerheblicher Teil der Produktion wurde gegen Devisen in die Bundesrepublik geliefert. Fehlchargen von Gummibärchen mit eingedrückten Nasen, die nicht in den Westen geliefert wurden, landeten gelegentlich auch einmal in Konsum- oder HO-Geschäften in der Region. Gegründet worden war der Betrieb in den 1920er-Jahren als Lebkuchenbäckerei.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.11.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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