Landgericht Zwickau Baby mit Kissen erstickt? Prozess gegen Eltern aus Elsterberg

Unterlagen und ein Buch 'Strafrecht' liegen vor einem Prozess auf dem Tisch der Anklage im Landgericht Zwickau (Sachsen).
Licht ins Dunkel um Vorgänge in einer Elsterberger Wohnung vor vier Jahren muss das Landgericht Zwickau bringen. Es geht um den Totschlag eines sechs Monate alten Jungen. Bildrechte: dpa

Mehr als vier Jahre nach dem Tod eines Babys in Elsterberg im Vogtlandkreis stehen dessen Eltern vor dem Landgericht Zwickau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Totschlag vor. Der Vater soll dem weinenden Jungen im Juli 2017 mindestens zwei bis drei Minuten lang ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben, um ihn ruhig zu stellen. Dadurch sei das sechs Monate alte Baby erstickt, wirft ihm die Anklage vor.

Mutter soll nicht eingegriffen haben

Die Mutter sitzt ebenfalls auf der Anklagebank, weil sie dabei gewesen, aber nicht eingegriffen haben soll. Zum Prozessauftakt am Dienstag ließ der Vater die Vorwürfe über seinen Rechtsanwalt zurückweisen. Die beschuldigte Mutter machte gar keine Angaben.

Beweisaufnahme "kompliziert"

Ins Rollen kam der Fall, weil eine Tochter des Elternpaares, die bei einer Pflegemutter lebt, sagte, sie habe das Geschehen beobachtet. Das Mädchen war im Sommer 2017 vier Jahre alt. Vor diesem Hintergrund sprach Richter Klaus Hartmann von einer sehr komplizierten Beweisaufnahme.

Gegen die wegen Totschlags beschuldigten beiden Deutschen hat das Landgericht Verhandlungstermine bis in den Dezember hinein geplant.

Richter Klaus Hartmann
Richter Klaus Hartmann führt die Verhandlung. Die Beweisaufnahme nannte er "kompliziert". Eine Schwester des getöteten Jungen hatte das Verfahren ins Rollen gebracht. Das Mädchen will die Tötung beobachtet haben. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/kk/dpa/Andreas Hummel

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