Razzia Polizei hebt Vertrieb von Neonazi-Artikeln in Zwickau aus

Kissen und Schwibbögen mit NS-Symbolen, Schlagring, Pistole und Blanko-Impfpässe – dies und vieles mehr fand die Kriminalpolizei bei der Razzia in einer Wohnung in Zwickau-Cainsdorf. Polizeichef Lutz Rodig bezeichnet den Fund als "empfindlichen Schlag gegen die Vertriebsstrukturen der rechten Szene".

Gegenstände von einem Neonazi-Vertrieb
Die Ermittler stellten mehr als 100 verschiedene Gegenstände mit NS-Symbolen sicher. Bildrechte: Polizei Zwickau

Der Zwickauer Kriminalpolizei und dem Landeskrimimalamt Sachsen ist ein Schlag gegen die rechtsextreme Vertriebsszene gelungen. Bei einer achtstündigen Razzia in einem Wohnhaus hoben Polizisten ein Lager von Neonazi-Artikeln aus. Bei Ermittlungen war vorher der Verdacht aufgekommen, der in der Wohnung lebende 39-Jährige könnte mit NS-Devotionalien handeln.

Die Ermittler fanden in den Wohnräumen und einer Werkstatt im Zwickauer Ortsteil Cainsdorf über 100 verschiedene, professionell hergestellte Gegenstände, die mit NS-Symbolen oder Porträts von Persönlichkeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus versehen waren. Dabei handelte es sich unter anderem um Schwibbögen, Räuchermännchen, Tassen, gravierte Gläser und Schieferplatten, Christbaumschmuck, Büsten, T-Shirts und Kalender. Die gefundenen Gegenstände waren offenbar für den Verkauf bestimmt.

Polizisten fanden auch zwei Blanko Impfpässe

Im Zuge der Durchsuchung stießen die Beamten außerdem auf zwei Blanko-Impfpässe, einen mutmaßlich gefälschten Impfausweis sowie Bauwerkzeuge, die nach Einbruchsdelikten zur Fahndung ausgeschrieben waren. Zudem stellten sie neben den Handys und Tablets des Beschuldigten auch ein verbotenes Einhandmesser, einen Schlagring sowie eine Patrone sicher.

Gegenstände von einem Neonazi-Vertrieb
Die Ermittler fanden auch Blanko-Impfpässe sowie einen wahrscheinlich gefälschten Impfausweis. Bildrechte: Polizei Zwickau

Polizeichef: "Empfindlicher Schlag"

Der 39-jährige Mieter der Wohnung muss sich nun wegen Verbreitung und Verwendung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zwickau ermittelt weiterhin wegen des Verdachts der Hehlerei und eines Urkundendelikts.

"Im Ergebnis von Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes ist es gelungen, einen überregional agierenden Händler mit rechter Nazipropaganda das Handwerk zu legen. Wir sind überzeugt, damit den Vertriebsstrukturen der rechten Szene einen empfindlichen Schlag versetzt zu haben", erklärt Lutz Rodig, Leiter der Polizeidirektion Zwickau.

Quelle: MDR(kt)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Studio Chemnitz | 07. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

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