Ermittlungen Polizei-Razzien bei Sondengängern im Raum Zwickau

Sondengänger Durchsuchung Polizei Zwickau
Bei der Durchsuchung bei "Sondengängern" im Raum Zwickau stellte die Polizei mehr als 100 Objekte sicher. Bildrechte: propicture Ralph Köhler

Im Rahmen einer bundesweiten Aktion hat es auch im Raum Zwickau Razzien bei privaten Schatzsuchern gegeben. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, standen dabei "Sondengänger" im Fokus. Das sind Menschen, die mit Metalldetektoren nach historischen Gegenständen suchen. Am Mittwoch wurden neun Wohnungen und Büros von acht Verdächtigen durchsucht.

Explosive Entdeckungen

Insgesamt stellten die Beamten mehr als 100 Objekte sicher - unter anderem funktionsfähige Munition, teilweise auch größere Kaliber, eine Handgranate, Schwarzpulver, Pyrotechnik, Musketenkugeln, Münzen und andere Kulturgüter. Außerdem wurden Stoffe entdeckt, die zur Herstellung von Sprengmitteln verwendet werden können.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf und dem Ergebnis des Einsatzes und der Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen", erklärt Polizeipräsident Lutz Rodig, Leiter der Polizeidirektion Zwickau.

Polizeipräsident Zwickau ab 01. Februar 2021
Lutz Rodig, Leiter der Polizeidirektion Zwickau Bildrechte: Innenministerium Sachsen

Wir werden unautorisierte Sondengänger auch weiterhin im Blick behalten - gerade, weil historische Kampfmittel nicht in die Hände von Hobbyschatzsuchern gehören.

Lutz Rodig Leiter Polizeidirektion Zwickau

Schatzssuchen mit Metalldetektoren müssen genehmigt werden

Die Suche nach Artefakten mithilfe von Metalldetektoren muss vom Landesamt für Archäologie genehmigt werden. Bei einem Fund dürfen die Gegenstände nicht mitgenommen werden. Um Funde aus ihrer Umgebung zu entfernen, bedarf es einer weiteren Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, selbst wenn es sich dabei nicht um Munition oder Waffenteile handelt.

Unsystematische Grabungen zur Bergung einzelner Fundstücke durch sogenannte Raubgräber oder überehrgeizige Hobbyforscher zerstören die Befundzusammenhänge unwiederbringlich.

Christoph Heiermann Landesamt für Archäologie Sachsen

Damit würden Funde wissenschaftlich wertlos, so Heiermann. Sondengänger, die Kriegsmaterialien von ihrem Fundort entfernen, verstoßen damit nicht nur gegen das Sächsische Denkmalschutzgesetz, sondern gegebenenfalls auch gegen das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe, das Waffengesetz und das Strafgesetz. Darüber hinaus bringen sie sich und ihre Mitmenschen bei unsachgemäßem Transport und unsachgemäßer Lagerung der explosiven Fundstücke in Gefahr, sagen die Behörden.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. April 2021 | 09:30 Uhr

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