Ensemblemusik Doch kein großes Chorsterben in Sachsen

Sachsens Chöre konnten während der Pandemie nur selten proben. Oft musste das gemeinsame Singen im digitalen Raum stattfinden oder ausfallen. Doch trotz der Beschränkungen ist das befürchtete Chorsterben im Freistaat ausgeblibene. Jetzt darf wieder geprobt werden. Das sei auch bitter nötig, meint der Sächsischen Chorverband. Denn ein großes Fest steht bevor.

Singende Kinder
Lange durften Laienchöre in Sachsen nicht zusammen singen. Die neue Corona-Notverordnung erlaubt das Proben wieder. Bildrechte: Colourbox.de

Das befürchtete Chorsterben während der Pandemie in Sachsen ist ausgeblieben. Wie der Sächsische Chorverband mitteilte, hat es zwar Verluste gegeben, aber in "weitaus geringerem Maße", als erwartet. Insgesamt sieben Laienchöre mit 300 Sängerinnen und Sängern hätten den Lockdown nicht überstanden, erklärte Verbands-Präsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg MDR SACHSEN.

Bei den sieben betroffenen Chören seien aber auch welche dabei gewesen, die schon vor der Pandemie mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, ordnete Neuhaus-Wartenberg ein. Vor einem Jahr hatte sie noch befürchtet, dass 50 bis 60 Chöre verschwinden würden. "Das ist bis dato nicht eingetreten", freute sie sich.

Üben wieder erlaubt

Üben dürfen die Chöre in Sachsen laut neuer Corona-Notverordnung seit Freitag auch wieder. Für das gemeinsame Singen gilt aktuell die 2G+-Regelung. Auch Abstand halten und regelmäßiges Lüften sind demnach vorgeschrieben.

MDR-Kinderchor Vorschaubild für das Video "Zusammen sind wir stark" 3 min
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Deutsches Chorfest im Mai

Um auf die Situation der Chöre in Sachsen und ganz Deutschland aufmerksam zu machen, soll im Mai das Deutsche Chorfest in Leipzig stattfinden. "Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, in der Laienchorszene dort Qualität abzuliefern", versprach die Verbandspräsidentin Neuhaus-Wartenberg. Dafür sei das Proben sehr wichtig. "Wenn wir jetzt wirklich loslegen können und bis zum Chorfest die Möglichkeit zum Proben haben, dann bin ich sehr positiv gestimmt, dass das ganz wunderbare Tage in Leipzig werden."

Chöre als Orte des Zusammenhalts und der Gemeinschaft

Unterstützung erhalten die Chöre in Sachsen auch vom Deutschen Chorverband, der mehr Aufmerksamkeit auf die Belange der Chorszene lenken will. "Chöre schaffen die überall so dringend benötigten Orte, die Zusammenhalt und Gemeinschaft fördern", erklärte der Präsident des Deutschen Chorverbands und Altbundespräsident, Christian Wulff. Mit dem "Jahr der Chöre 2022" will der Verband auf seine Belange aufmerksam machen.

In Chören werde Demokratie und Integration gelebt, sagte Wulff. Weil manche Politikerinnen und Politiker erst im Lockdown begriffen hätten, wie wichtig Kultur und Kunst sind, sei die Interessenvertretung für das Chorsingen und die Amateurmusik jetzt besonders wichtig.

Quelle: MDR(mar/stadler)

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