Corona-Boosterimpfung Impfauffrischung: Wer sich jetzt boostern lassen sollte

Die Corona-Lage in Sachsens Krankenhäusern verschärft sich von Tag zu Tag. Um besonders gefährdete Gruppen zu schützen, sollen die Booster-Impfungen jetzt nach einer speziellen Strategie erfolgen. Das Sozialministerium und mehrere Ärzteverbände haben am Freitag die Details dargelegt. Das Konzept ist eine Empfehlung, kein Zwang.

Neben drei Spritzen befinden sich Buchstabenwürfel mit dem Schriftzug Boosterimpfung.
Mit den Booster-Impfungen sollen besonders gefährdete Gruppen geschützt werden. Bildrechte: imago images/Steinach

Weil es zuletzt täglich mehr als 4.000 Corona-Neuinfektionen in Sachsen gab, dringen Ärzteverbände und Sozialministerium auf mehr Tempo bei den Booster-Impfungen. Am Freitag legten sie dazu ein Konzept vor.

Neben den Ungeimpften sollen daher im November 2021 vordringlich und möglichst zeitnah diese Personengruppen eine Auffrischimpfung bekommen:

  1. Alle, deren Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt und die älter als 60 Jahre sind oder eine Grunderkrankung haben, die das Immunsystem beeinträchtigt (z.B. Transplantierte, Rheumapatienten, Tumorpatienten)
  2. Alle vollständig mit Astrazeneca oder Johnson&Johnson Geimpften, auch wenn noch keine sechs Monate verstrichen sind

Danach sollen Impfungen vor allem bei denen aufgefrischt werden, die aufgrund häufiger Kontakte zu gefährdeten Gruppen einen großen Anteil an der Pandemie hätten. Als Beispiele wurde das Personal im Gesundheitswesen, bei der Polizei sowie in Schulen und Kindergärten genannt. Um eine Auffrischimpfung zu erhalten, sollen sich die Impfwilligen an ihren Haus- oder Facharzt wenden.

Vorhandene Termine bleiben bestehen

Zudem sind weiterhin mobile Impfteams in den Landkreisen unterwegs. Die Aktionen organisiert das DRK Sachsen. Laut Landesärztekammer handelt es sich bei dem Booster-Konzept um eine Empfehlung. Wer nicht zu den genannten Gruppen zählt, aber bereits einen Impf-Termin hat, muss den Angaben zufolge keine Angst haben, dass der bestehende Termin wegfällt. Im Einzelfall entscheide das der jeweilige Arzt. Grundsätzlich gehe es jedoch darum, die am meisten gefährdeten Gruppen zu schützen, hieß es.  

Arztpraxen werden von Flut der Infektionen überrollt

Die Ärztevertreter und das Sozialministerium sprachen von einem dramatischen Anstieg der Inzidenz in Sachsen. "Die Arztpraxen werden von der Flut der Infektionen überrollt, denn zu Coronaviren kommen weitere Erkältungsviren und die Influenza hinzu", hieß es. Die Zahl der Corona-Patienten auf Normalstationen der Krankenhäuser habe sich in den vergangenen 14 Tagen verdreifacht, die der Patienten auf den Intensivstationen verdoppelt.

Impfen sei nach wie vor der wichtigste Schutz gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie. Die Booster-Impfungen sind deshalb auch auf der Bund-Länderkonferenz der Gesundheitsminister in Lindau am Bodensee das Hauptthema. Die versammelten Minister sprachen sich dafür aus, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eine Booster-Impfung bekommen.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 05. November 2021 | 19:00 Uhr

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