Verbraucherschutz Auch bei Click & Collect gelten die üblichen Vertragsregeln

Eine Buchhändlerin verkauft bestellte Ware an der Ladentür. In Thüringen, wie hier in Apolda, war das schon länger erlaubt.
Eine Buchhändlerin verkauft bestellte Ware an der Ladentür. In Thüringen, wie hier in Apolda, war das schon länger erlaubt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Seit Montag dürfen Händler auch in Sachsen den sogenannten Click & Collect-Service anbieten. Das heißt, online oder telefonisch bestellte Waren können nun von den Kunden im Geschäft abgeholt werden. Dabei gelten nicht nur strenge Hygienevorschriften, sondern auch weiterhin die üblichen Vertragsregeln für Käufer und Verkäufer. MDR SACHSEN hat bei Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen nachgefragt.

Rückgaberecht bleibt bestehen

Laut Hummel bleibt das gesetzliche Rückgaberecht uneingeschränkt bestehen. Käufer können die Ware zu Hause prüfen und beispielsweise Kleidung anprobieren. Besteht Grund zur Reklamation, kann die Waren zurückgesandt werden und der Verkäufer muss den Kaufbetrag erstatten.

Doch auch der Kunde hat Pflichten: Wird telefonisch Ware bestellt, so kommt damit ein Kaufvertrag zustande. Holt der Kunde die Ware nicht wie vereinbart ab, so ist dies nicht mit einem Widerruf gleichzusetzen, so Verbraucherschützer Hummel. Dem Verkäufer steht also das Geld für die bestellte Ware zu.

Kontaktlos zahlen, ist nur ein behördlicher Rat

Wie bezahlt wird, das entscheiden übrigens Käufer und Verkäufer selbst. Die behördliche Empfehlung, in der Pandemie kontaktlos die Kaufbeträge zu begleichen, ist keine rechtliche Verpflichtung. Akzeptiert der Händler Bargeld, könne auch damit bezahlt werden, betont Hummel.

Hoffen auf Unterstützung regionaler Geschäftsleute

Sachsen war das einzige Bundesland, in dem "Click & Collect" bisher nicht erlaubt war. Händlervertreter und Kommunalpolitiker hatten dies heftig kritisiert. Sie sehen in dem Abholsystem eine Möglichkeit, lokale Händler in der Zeit geschlossener Geschäfte zu unterstützen und mittelfristig die Ladenvielfalt in Innenstädten zu erhalten.

Quelle: MDR/lam/cw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN | 15.02.2021 | 13:05 Uhr

2 Kommentare

lk2001 vor 22 Wochen

Solange ich Kleidung nicht VOR dem Kaufen anprobieren kann werde ich ganz sicher nicht von Laden zu Laden mit vorherigen Telefonaten und Terminen ziehen. Wenn bestelle ich es dann doch beim reichsten Mann der Welt. Das ist schlicht sicherer und einfacher. Wer weiß schon ob der Laden von Heute morgen noch die Tür aufmacht. Dann sitzt man auf dem Spittel der nicht passt.

martin123 vor 22 Wochen

Das ist doch alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Läden und Gastronomie öffnen. Alle hatten ein überzeugendes Hygienekonzept.
Dieser Lockdown ist reine Willkür und ein Zeichen der Unfähigkeit. Ihr Politiker macht euch schuldig für die Ängste
der Menschen und für die Zerstörung von Existenzen. Schämt Euch.

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