Ergänzung zum Impfbuch Sachsen will digitalen Impfpass kommende Woche einführen

Der gelbe Impfpass hat weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit. Als Beleg für eine Corona-Schutzimpfung kommt nun jedoch ein digitaler Nachweis hinzu. Kommende Woche soll es auch in den Impfzentren in Sachsen losgehen. Für die nachträgliche Eintragung sollen die Apotheken zuständig sein.

Holger Rostek, stellvertretender Vorsitzender der Brandenburger Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB), zeigt während eines Pressetermins im Impfzentrum Babelsberg in der Metropolishalle den Digitalen Impfpass. In ausgewählten Impfzentren werden bundesweit Erfahrungen mit dem CovPass (digitaler Impfausweis) gesammelt.
Bildrechte: dpa

Sachsen will den digitalen Impfpass schrittweise im Laufe der kommenden Woche in den Impfzentren einführen. Das teilte das Sozialministerium MDR SACHSEN mit. Vollständig Geimpfte sollen dann einen Nachweis erhalten, den sie in die Corona-Warn-App oder die neue CovPass-App einscannen können. Geimpfte können den Nachweis aber auch auf Papier mitbekommen. Auch bei den Ärzten solle dies bald möglich sein. Es liefen dazu noch Vorbereitungen, sagte Sozialministerin Petra Köpping.

Die Technik muss vorhanden sein. Und da das jede Praxis für sich anschaffen muss, wird das noch eine Weile dauern.

Petra Köpping Sozialministerin in Sachsen

Wie die Kassenärztliche Vereinigung MDR SACHSEN mitteilte, soll die Software des IT-Dienstleisters des Bundes für die niedergelassenen Ärzte in Sachsen Anfang nächster Woche freigegeben werden. Am 21. Juni könnte dann der Start in den Arztpraxen erfolgen.

Versand der QR-Codes aus Impfzentren in Sachsen nicht geplant

Ein Nachtrag des digitalen Nachweises in den Impfzentren ist nach Angaben des Ministeriums nicht möglich, auch ein Versand der QR-Codes per Post sei in Sachsen nicht geplant. Die Impfzentren sollten sich auf das Impfen konzentrieren. Der digitale Impfpass solle das traditionelle gelbe Impfbuch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Im Alltag soll das zu Erleichterungen führen: Die Bürgerinnen und Bürger müssen dann nicht immer den gelben Impfpass mit sich führen, um ihren Impfstatus nachzuweisen. Dies kann etwa bei Restaurantbesuchen oder bei Kulturveranstaltungen nützlich sein, falls dort ein Impfnachweis verlangt wird. Ab Juli soll der digitale Impfnachweis EU-weit funktionieren.

Wo kann der digitale Impfnachweis nachträglich erstellt werden?

Wer bereits vollständig geimpft ist, kann sich in Sachsen ab kommendem Montag, 14. Juni, einen digitalen Impfnachweis in Apotheken ausstellen lassen. 75 Prozent der Apotheken seien dazu technisch in der Lage, sagte Sebastian Michael vom Apothekerverband Sachsen MDR SACHSEN. Die Daten würden beim Robert-Koch-Institut abgeglichen, auch um Fälschungen auszuschließen. Dafür müsse der Personalausweis und der Impfpass vorgelegt werden.

Wir geben das in die digitale Maske ein, verifizieren das und generieren den QR-Code, den wir dann entweder ausdrucken oder abscannnen.

Sebastian Michael Vorstand Apothekerverband Sachsen

Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de können Bürger bundesweit Apotheken finden, die digitale Impfnachweise kostenlos ausstellen. Die Teilnahme der Apotheken sei freiwillig. "Es sind über eine Million Sachsen mittlerweile zweifach geimpft und deswegen ist es wichtig, dass wir dort den Nachtrag sichern können," sagte Sozialministerin Petra Köpping. Sie bitte aber auch hier um Geduld, der gelbe Impfpass gelte weiterhin europaweit als Nachweis.

Was steht in dem digitalen Impfpass?

Das Impfzertifikat enthält Informationen zu Impfstatus und Impfstoff, den Namen des Geimpften und das Geburtsdatum. Darüber hinaus soll es künftig auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. All diese Informationen werden in einem QR-Code gespeichert, der von allen 27 EU-Staaten und ihren Nachbarländern Island, Norwegen und Liechtenstein gescannt und gelesen werden kann.

Quelle: MDR/kb/AP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 10. Juni 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen

Michael Kretschmer und Cezary Przybylski unterzeichnen die "Gemeinsame Erklärung Sächsisch-Niederschlesische Regionalpartnerschaft" mit Video
Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) und sein polnischer Amtskollege Cezary Przybylski unterzeichneten bei der Eröffnung des Regionalbüros Niederschlesiens in Dresden auch eine gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Bildrechte: Sächsische Staatskanzlei/Pawel Sosnowski