Impfstrategie DRK kritisiert verfrühte Schließung von Impfzentren

Mehrere Menschen warten vor dem am selben Tag eröffneten zweiten Impfzentrum im Vogtland.
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Das Deutsche Rote Kreuz Sachsen (DRK) kritisiert die Ankündigung der Landesregierung, ab Juli die meisten Impfzentren zu schließen. Wie die Organisation auf Facebook schreibt, ist diese Entscheidung verfrüht.  

Gerade jetzt, wo den Menschen in Aussicht gestellt wird, dass sich bald jeder, der will, ohne bürokratische Hürden impfen lassen kann. Und damit verbunden die Perspektive erhalten, dass geimpfte Menschen ein Stück ihres alten Lebens zurückgewinnen, es ist zu früh, die Impf-Infrastruktur bereits vor den Urlaubsmonaten herunterzufahren.

DRK Sachsen Facebook-

Das sächsische Rote Kreuz hatte noch am Mittwochmorgen den Beschluss der Landesregierung vom Vortag begrüßt, drei Impfzentren über Ende Juni hinaus offenzuhalten. DRK-Landessprecher Kranich sagte dem MDR, die Schließung sei nicht für jeden Mitarbeiter eine gute Nachricht. Man sei aber froh, dass es jetzt wenigstens Planungssicherheit gebe.

Bereits vergangenen Dienstag sprach sich der Landesvorstand des DRK, Rüdiger Unger, im Gespräch mit MDR SACHSEN für eine Fortführung aller Impfzentren aus. Einzig die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen sprach sich dafür aus, dass ab Juli die Ärzte die Corona-Schutzimpfungen komplett übernehmen sollten.

Zweitimpfung soll von Entscheidung nicht betroffen sein

Laut DRK sollen alle Menschen, die ihre Erstimpfung bereits in einem Impfzentrum erhalten haben, auch ihre zweite Dosis am selben Standort erhalten. Was mit Impfwilligen passiert, die ihre Zweitimpfung zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung nicht mehr vor den Schließungen am 30. Juni erhalten können, ist laut Kai Kranich noch nicht abschließend geklärt. Erstimpftermine können deshalb ab Anfang Juni nur noch in den drei kreisfreien Städten angeboten werden.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte am Dienstagmittag angekündigt bis Ende Juni den Großteil der Impfzentren zu schließen. Nur in Dresden, Leipzig und Chemnitz sollen sie erhalten bleiben. In den übrigen Regionen sollen weiterhin 30 mobile Impfteams im Einsatz sein. Zudem sollen die Hausärztinnen und -ärzte die Schutzimpfungen auf dem Land vermehrt vornehmen. Damit das gelinge, bekommen die Hausärzte ab kommender Woche mit 146.00 Dosen mehr Impfstoff als die Impfzentren (116.000), so Köpping.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 28. April 2021 | 19:00 Uhr

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