Corona Sachsen bleibt auf fast sieben Millionen FFP2-Masken sitzen

Weil es zu Beginn der Pandemie zu wenig Schutzmasken gab, musste der Staat erst welche kaufen. Allein Sachsen investierte rund 120 Millionen Euro. Allerdings waren darunter anscheinend auch Mängelexemplare. Der Freistaat sitzt nun auf Millionen unbrauchbarer Masken.

FFP2 Maske
Nicht jeder FFP2-Maske sieht man sofort an, ob die Qualität stimmt. Bildrechte: Colourbox.de

Sachsen hat in der Corona-Pandemie mehr als 6,5 Millionen FFP2-Masken gekauft, die unbrauchbar sind. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Marika Tändler-Walenta hervor. Besonders fassungslos mache dabei, dass das Innenministerium nicht wisse, woher diese Masken stammten, sagte Tändler-Walenta. In der Antwort heiße es: Im vom Polizeiverwaltungsamt genutzten Warenwirtschaftssystem existiert für diese Artikel keine Chargenverwaltung.

Kosten von 16 Millionen Euro

Bereits zuvor hatte ihr Fraktionskollege Franz Sodann beim Sozialministerium angefragt. Dort hieß es, dass bei einem Teil der FFP2-Masken das Verwendbarkeitsdatum abgelaufen sei. Bei den anderen Masken gibt es offenbar Qualitätsmängel. Der Einkaufswert der nicht verwendbaren Masken beträgt laut Sozialministerium knapp 16 Millionen Euro. Was mit ihnen passieren soll, sei noch unklar.

Schutzwirkung auch nach Ablaufdatum

Zumindest bei den abgelaufenen Masken wäre eine weitere Verwendung möglich. Amerikanische Wissenschaftler haben für KN95-Masken, die als funktional gleichwertig wie FFP2-Masken gelten, herausgefunden, dass sie noch viele Jahre nach ihrem Ablaufdatum einen etwa 95-prozentigen Schutz bieten. Außerdem können sie demnach wiederverwendet werden, wenn sie mithilfe von Wasserstoffperoxid oder Ethylenoxid sterilisiert werden.

Alle Masken stammen aus China

Sachsen hatte als Reaktion auf die Corona-Pandemie sogenannte persönliche Schutzausrüstung im Gesamtwert von mehr als 120 Millionen Euro gekauft, darunter mehr als 42 Millionen FFP2-,OP- und andere Masken. Alle Waren stammten den Angaben zufolge aus China.

Quelle: MDR/sth/stt/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 18. August 2021 | 11:00 Uhr

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