Corona-Pandemie Krankenhäuser in Sachsen unterstützen Kretschmers 2G-Vorstoß

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt und die Krankenhausbetten füllen sich sich mit Covid-19-Patienten. Erinnerungen an die einschneidende Corona-Welle im vergangenen Winter werden wach. Sachsens Ministerpräsident will deshalb konsequent auf die 2G-Regelung setzen. In der Opposition im Landtag gehen die Meinungen darüber auseinander. Die Krankenhäuser stehen hinter seiner Forderung.

Schild mit der Aufschrift "Zutritt nur nach 2G-Regel"
Wenn die 2G-Regel gilt, dürfen nur noch Geimpfte und Genesene eine Lokalität besuchen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Angesichts steigender Corona-Zahlen hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für weitreichende 2G-Regeln ausgesprochen. Zutritt zu vielen Bereichen der Gesellschaft würden dann nur noch Geimpfte und Genesene erhalten. In der Opposition gibt es nach diesem Vorstoß ein geteiltes Echo. Während die Linken dem Ministerpräsidenten darin zustimmen, dass die Pandemielage und damit die Gefahr für Ungeimpfte weiter bestehe, warnen sowohl FDP als auch AfD davor, die Gesellschaft auseinander zu dividieren.

Jan Zwerg, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag in Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz zum Thema Parteistiftungen und Normenkontrollklage.
Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Kretschmer spaltet mit seiner 2G-Forderung wieder einmal die Gesellschaft. Viele Sachsen sind von den neuartigen Impfstoffen nicht überzeugt. Das muss man respektieren. Man sollte nicht mit der Brechstange vorgehen, um die Sachsen vom Impfen zu überzeugen.

Jan Zwerg Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion

Differenzierter sieht es die mitregierende SPD. Dort heißt es, man dürfe sich der Entwicklung nicht verschließen. Entscheidend für das Vorgehen seien die wissenschaftliche Empfehlungen der Medizin.

Sabine Friedel, SPD-Abgeordnete im Sächsischen Landtag.
Bildrechte: SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag/Julian Hoffmann

Wir haben ja jetzt eine Corona-Verordnung, die besagt, dass 3G eingeführt werden muss, wenn die Vorwarnstufe erreicht ist und 2G, wenn die Überlastung erreicht ist. Diese Regelung halten wir für vernünftig. Wenn uns die Medizin sagt, wenn uns die Krankenhäuser sagen, die Überlastung tritt ein und sie tritt eher ein, dann müssen wir in Sachsen auch reagieren.

Sabine Friedel Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion

Zustimmung bekommt Michael Kretschmer aus der Ärzteschaft. Diese verweist einmal mehr auf die Situation in den Krankenhäusern und die sich füllenden Intensivstationen. Die Vorwarnstufe werde über das Wochenende erreicht, sagte der Koordinator der sächsischen Krankenhäuser, Professor Michael Albrecht. Das bedeute, 2G sei sofort nötig, mindestens für den Gastronomie- und Veranstaltungsbereich.

Michael Albrecht, 2014
Bildrechte: imago images / Sven Ellger

Als Krankenhäuser plädieren wir dafür, jetzt zu verschärfen. Wenn die Patienten erst im Haus sind, dann kommen wir schon wieder zu spät. Ich habe keine Lust, dass wir wieder die Situation vom Dezember vergangenen Jahres haben, wo wir einer Welle hinterhergelaufen sind.

Prof. Michael Albrecht Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums

Es müsse jetzt etwas passieren, damit man nicht erneut aus Zittau oder sonstwo angerufen werde, weil dort die Patienten dort nur noch triagiert werden könnten. "Eine Situation, in der entschieden werden muss, wer beatmet wird und wer nicht, wollen die Krankenhäuser in jedem Fall vermeiden, sagte Albrecht.

Quelle: MDR/sth/ig

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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