Kurz erklärt Genesenenstatus in Sachsen: Fragen und Antworten

Geimpft, genesen, geboostert - inzwischen gelten für die Menschen in Sachsen zum Teil unterschiedliche Corona-Regeln. Entscheidend ist dabei der Impf- oder Genesenenstatus. Doch wie wirkt sich vor allem der Genesenenstatus auf den Alltag aus und wie lange hält er an? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Am Fenster einer Kneipe ist der Hinweis 2G + - geimpft o. genesen + Booster aufgemalt
Geschäfte, Bars, private Treffen - in vielen Bereichen des Alltags ist entscheidend, welchen Impf- oder Genesenenstatus jemand hat. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Wer gilt als genesen?

Als genesen gelten Personen, die nachweislich eine Covid-19-Infektion überstanden haben. Diese muss mit einem positiven PCR-Test bestätigt sein. Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen. Der Genesenenstatus ist nicht unbegrenzt gegeben.

Wann läuft der Genesenennachweis ab?

Wenn der positive PCR-Test länger als 90 Tage her ist, gelten Menschen laut RKI ohne Impfschutz nicht mehr als genesen. Für Menschen, die mindestens ein Mal gegen Corona geimpft sind und eine Corona-Infektion überstanden haben, entfällt die Ablauffrist des Genesenennachweises. Der Grund: Mit einer Impfung und einer Corona-Infektion, die mindestens vier Wochen später stattgefunden hat, gilt man als grundimmunisiert. Experten sprechen von einer sogenannten Hybridimmunisierung.

Gilt die neue Ablauffrist auch für davor ausgestellte Genesenennachweise?

Auf vor dem 15. Januar ausgestellten Genesenenzertifikaten steht eine Ablauffrist von sechs Monaten. Diese hat keinen Bestand. Auch diese Zertifikate sind automatisch nur 90 Tage gültig.

Wie weist man nach, dass man genesen ist?

Der Nachweis kann über folgende Wege erbracht werden:

  • Genesenenzertifikat oder
  • Laborergebnis des PCR-Tests, 
  • Absonderungsbescheid, in dem der PCR-Test als Begründung aufgeführt ist oder
  • ärztliches Attest über die erfolgte Infektion auf der Grundlage eines PCR-Tests


Bei allen Nachweisen muss der Tag der Testung vermerkt sein.

Der Absonderungsbescheid (auch Quarantänebescheid) gilt nur, wenn er für positiv getestete Personen auf der Grundlage eines PCR-Tests ausgestellt wurde. Es gilt nicht der Absonderungsbescheid für Kontaktpersonen.

Ein Antikörper-Test gilt nicht als Nachweis einer überstandenen Covid-19-Infektion.

Was hat der Genesenenstatus mit 2G+ zu tun?

Doppelt geimpfte Personen können mit einem Genesenennachweis mit Personen, die eine Booster-Impfung erhalten haben, gleichgestellt werden. Sie brauchen daher bei einer Zugangsregelung mit 2G+ in Sachsen keinen zusätzlichen tagesaktuellen Corona-Test nachweisen. In einigen anderen Bundesländern kann der tagesaktuelle Test nicht mit der Genesung einer doppelt geimpften Person ersetzt werden.

Wo brauche ich aktuell welches "G" in Sachsen?*

  • Messen und Kongresse sind unter 2G+ möglich. Sind die Kliniken überlastet, gilt weiterhin 2G+ und eine Kapazitätsbegrenzung von einem Besucher je vier Quadratmetern Ausstellungsfläche.
  • Bei den amtlichen Akten zur Eheschließung und Beerdigung sind künftig maximal 50 Besucher erlaubt, es gilt bei beiden Zeremonien 3G.
  • Für Versammlungen im Freien gibt es laut Innenminister Roland Wöller (CDU) "keine Begrenzungen der Teilnehmerzahlen". Versammlungen müssen nicht mehr ortsfest sein. Bei Überschreitung der Überlastungsgrenze dürfen sich bis zu 5.000 Menschen versammeln.
  • Kunden im Einzelhandel brauchen einen Nachweis nach 3G. Die Beschränkung der Öffnungszeiten entfällt. Das gilt so lange die Bettenauslastungsgrenze nicht überschritten wird.
  • Die Altersgrenze für den tagesaktuellen Testnachweis für 2G gilt ab 18 Jahren, nicht wie bisher ab 16 Jahren.
  • In der Gastronomie gilt 2G innen und außen ohne begrenzte Öffnungszeiten.
  • Nichttouristische Übernachtungen sind gemäß 3G möglich.
  • Kultur und Freizeiteinrichtungen sowie Sportveranstaltungen mit Publikumsverkehr wird die Zuschauerzahl auf 50 Prozent der Höchstkapazität bzw. maximal 2.000 Personen oder aber 25 Prozent der Gesamtkapazität begrenzt.
  • Versicherer und Reisebüros können mit 2G für Publikumsverkehr öffnen und haben die Pflicht zur Kontakterfassung.
  • Fahrschulen können unter 3G-Bedingungen in Anspruch genommen werden.

Was bedeutet 2G, 2G+ und 3G?

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genese Zutritt haben.

2G+ bedeutet, dass nur geimpfte und genesene Personen, die zusätzlich einen tagesaktuellen Corona-Schnelltest vorweisen, das entsprechende Angebot nutzen dürfen. Der Test kann ein beglaubigter Test beim Arbeitgeber sein oder in einem Testzentrum vorgenommen werden.

- Der zusätzliche Schnelltest entfällt, sobald die Person auch eine Booster-Impfung nachweisen kann oder eine doppelt geimpfte Person zusätzlich einen Genesenennachweis besitzt.*

- Auch Personen, die doppelt geimpft sind und deren zweite Impfung mindestens 14 Tage und maximal drei Monate alt ist, brauchen keinen zusätzlichen Schnelltest.

Ausnahmen von 2G+ gelten zusätzlich für Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

3G bedeutet, dass nur geimpfte, genesene und getestete Personen Zutritt haben.

Welche Impfempfehlungen gelten für Genesene?

Ungeimpften, die genesen sind, werden sowohl von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) als auch von der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Impfdosis zur Grundimmunisierung plus eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Menschen, die eine Impfung erhalten haben und genesen sind, brauchen laut Empfehlung der SIKO nur eine weitere Impfdosis, die als Booster gilt. Laut Empfehlung der STIKO sollen Menschen, deren Corona-Infektion innerhalb von vier Wochen nach der Erstimpfung aufgetreten ist, sich eine zweite Impfdosis plus eine Booster-Impfung holen. Bei Infektionen, die länger als vier Wochen nach der Erstimpfung aufgetreten sind, empfiehlt die STIKO das oben geschilderte Vorgehen der SIKO.

Menschen, die doppelt geimpft und genesen sind, müssen sich nach der Impfempfehlung der SIKO nicht boostern lassen, wenn die Corona-Infektion mindestens vier Wochen nach der zweiten Impfung aufgetreten ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Auffrischungsimpfung dagegen auch für diese Personen.

Quelle: MDR(al/kp)

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