Wirtschaftshilfen Sachsen beschließt Härtefallprogramm für angeschlagene Unternehmen

Sachsen will von Anfang Mai an Härtefallhilfen an Unternehmen zahlen, die bisher von Corona-Geldern ausgeschlossen waren. Dafür stehen insgesamt 75 Millionen Euro bereit, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig am Dienstag. 37,43 Millionen Euro kommen dafür vom Bund.

Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.
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Das sächsische Kabinett hat sich auf ein Härtefallprogramm für Unternehmen  geeinigt, die bislang von Corona-Hilfsgeldern ausgeschlossen waren. Pro Unternehmen könnten bis zu 100.000 Euro bewilligt werden, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Für die Antragstellung werde derzeit ein länderübergreifendes Antragsportal für die Überbrückungshilfe programmiert. Mit der Bearbeitung und Umsetzung des Programmes werde die Sächsische Aufbaubank (SAB) beauftragt.

Insolvenzmeldepflicht ausgesetzt

Es werde nicht mit einer Flut von Anträgen gerechnet, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig, doch jeder einzelne Fall zähle. Wie viele Betriebe in Sachsen insolvent sind, könne derzeit nicht gesagt werden. Die Insolvenzmeldepflicht sei coronabedingt ausgesetzt. Bisher wurden nach Angaben des SPD-Politikers rund 608 Millionen Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen in Sachsen ausgezahlt.

Mitfinanzierung durch Länder

Die Härtefallhilfen sollen einen Leistungszeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 umfassen. Voraussetzungen sind eine pandemiebedingte Existenzbedrohung des Antragstellers. Die Gelder sollen etwa für betriebliche Fixkosten in Anlehnung an die Überbrückungshilfen gezahlt werden. Insgesamt stellt der Bund den Ländern für Härtefälle einmalig 750 Millionen Euro zur Verfügung. Die Länder müssen die Hilfen mitfinanzieren.

Quelle: MDR/bj/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 20.04.2021 | 19:00 Uhr

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