Corona-Lockdown Häusliche Lernzeit in Sachsen - Fragen und Antworten

Seit Montag sind Schüler in Sachsen wegen des harten Lockdowns in "häuslicher Lernzeit". Was heißt das für Lehrer und Schüler? Welche Auswirkungen hat dies auf den Lehrplan. Und was ist mit Prüfungen und Zeugnissen? MDR SACHSEN hat nachgefragt.

Homeschooling
Lernsax funktioniert schon wieder nicht - zum Haareraufen. Bildrechte: imago images / Ritzau Scanpix / Unger Anthon

Häusliche Lernzeit, das klingt wie aus Großmutters Zeiten, doch damit hat die Wirklichkeit der Schüler im Dezember-Lockdown 2020 wenig zu tun. Morgens den Computer anwerfen, Mails und Aufgaben checken, mit Lehrern chatten oder Online-Klassenarbeiten schreiben. Das ist die Normalität in diesen Tagen, vorausgesetzt die Technik macht mit - was gleich am ersten Tag des neuen Lockdowns in Sachsen nicht der Fall war, als ein Hackerangriff die Plattform Lernsax lahmlegte. Auch am zweiten Tag der Lernzeit gab es zunächst Störungen bei der Plattform, sodass Schüler und Lehrer nicht darauf zugreifen konnten.

Wie Kultusminister Christian Piwarz MDR SACHSEN sagte, stecken hinter den Hackerangriffen offenbar kriminelle Banden, die damit Geld erpressen wollen. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittle bereits zu dem Fall in der vergangenen Woche.

Wird es trotz des Lockdowns vollwertige Halbjahreszeugnisse geben?

Nach Einschätzung von Kultusminister Christian Piwarz wird der ausgesetzte Präsenzunterricht daran nichts ändern. Der Unterricht in den Schulen hätte lange genug gedauert, um Leistungsstände und Noten zu erheben, "so dass man dann auch Zeugnisse ausstellen kann", sagte Piwarz im SACHSENSPIEGEL. Mit Blick auf die Abschlusszeugnisse des Schuljahres sagte Piwarz, man wisse noch nicht, wie das Schuljahr zu Ende geht. "Wir hoffen, die Schulen möglichst schnell wieder zu öffnen und dann auch die Abschlusszeugnisse zu erteilen", so Piwarz. Der Fokus liege aber auf den Abschlussklassen. Vor allem für diese müsse man sicherstellen, dass sie einen guten Abschluss machen können.

Was ist mit dem Lehrplan?

Wenn die digitale Technik funktioniert und damit die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern, sollte die häusliche Lernzeit dem Unterricht in der Schule eigentlich in nichts nachstehen - so der Gedanke im sächsischen Kultusministerium. Der Unterricht sollte sich weiter an den Lehrplänen orientieren. Wenn Lehrplaninhalte nicht digital vermittelt werden können, sollten analoge Wege beschritten werden. In jedem Fall sollten die Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen für ihre erbrachten Leistungen in häuslicher Lernzeit bekommen. Von der Anzahl der festgelegten Leistungsnachweise kann im Schuljahr 2020/2021 aber abgewichen werden.

Können Leistungen und Aufgaben bewertet werden?

Das ist unterschiedlich. Nach Angaben des Kultusministeriums sollen die Lernaufgaben, die Grundschüler in den zwei Wochen der Lernzeit zuhause erledigen, in der Regel nicht benotet werden. Bei weiterführenden Schulen können Leistungen benotet werden, etwa bei Fach- oder Jahresarbeiten oder umfangreichen Hausaufgaben. Bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Bedarf sollte von einer Benotung abgesehen werden.

Was sollten Lehrerinnen und Lehrer beachten?

Bei der häuslichen Lernzeit sollen die Lehrer Schwerpunkte setzen und dabei ein pädagogisch sinnvolles Maß und das Alter der Schüler angemessen berücksichtigen. Auch die emotionale und soziale Komponente des Lernens zuhause müsse berücksichtigt werden. Schülerinnen und Schüler, die mit der veränderten Situation Probleme haben und Hilfe benötigen, sollen besonders unterstützt werden.

Welche Regeln gelten für Abschlussklassen?

Das Kultusministerium will an den Prüfungsterminen für die Abschlussklassen auch in der Pandemie festhalten, wie Sprecher Dirk Reelfs MDR SACHSEN sagte. Gegenwärtig würden verschiedene Szenarien entwickelt, wie die Prüfungsvorbereitung organisatorisch angepasst werden könne. Grundlegend sei dabei die Überlegung, so umfänglich wie möglich Präsenzunterricht für die Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge anzubieten. Weitergehende Entscheidungen hängen laut Ministerium aber vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens ab.

Quelle: MDR/kb/Kultusministerium Sachsen

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14.12.2020 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

lk2001 vor 40 Wochen

Dieser Bildungminister sollte zurücktreten. Keine Geräte, keinen Plan. Alles Stürzt ab. Aber Zensuren erteilen wollen. Das Schuljahr muss wiederholt werden. Jedenfalls für alle die das wollen. Dafür sollten jetzt die Kapazitäten geschaffen werden. Unsere Landesregierung ist ein absoluter Chaos Haufen der Politik nur noch macht in dem er seinen Bürgern droht und das Versagen anderen in die Schuhe schiebt.

Privat vor 40 Wochen

Was denn nun? Erst führt kein Weg in den Wechselunterricht. Jetzt steht häusliches Lernen dem Präsenzunterricht in nichts nach. Na dann kann man ja mal abwarten, wie die Inzidenz sich entwickelt. Da muss man heute nicht schon wieder der Erste sein, der gleich Schulen öffnen will. Und sonst so. Aufgaben nach Maß. Das lesen hoffentlich alle Lehrer. Bei uns denkt jeder Lehrer, es gäbe nur sein Fach. Regelrechte Überschüttung mit Aufgaben. Sogar in Sport! Muss das sein? Zeugnisse, nun vielleicht gibt es wieder eine Zeugnisnote mit nur zwei Teilnoten? Hatten wir auch schon. Klasse Bildungssystem. Note 6 Herr Piwarz. Nix läuft.

dsommer vor 40 Wochen

Es ist eine bodenlose Frechheit, dass Herr Piwarz versucht, sein Versagen irgendwelchen "Hackern" unterzuschieben. Vermutlich waren es russische Hacker, die sich nach der US-Wahl langweilen ;-))) Oder doch eher sächsische Grundschüler, die mehr in Sachen Digitalisierung drauf haben als die Bildungsagentur und das Kultusministerium zusammen? Jetzt wird auch klar, warum man sich so lange gegen Schulschließungen gewehrt hat - nicht etwa wie immer behauptet wegen der Betreuungssituation! Ich würde sagen: Note 6, bitte zurücktreten.

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