Corona Sachsens Handwerker fordern Planungssicherheit für Weihnachtsmärkte

Sachsens Handwerker haben von der Landesregierung eine zeitnahe Regelung für Weihnachtsmärkte gefordert. Sie fürchten, dass sie sich nicht rechtzeitig auf mögliche Corona-Beschränkungen einstellen können. Kunsthandwerker erzielen auf Weihnachtsmärkten einen Großteil ihres Jahresumsatzes.

Festlich beleuchtet ist der Weihnachtsmarkt um das Rathaus in Chemnitz am 30.11.2019.
Holzkunst wie diese Bergmannsfigur hat auf Weihnachtsmärkten ihren festen Platz. Bildrechte: imago images/Uwe Meinhold

Die Handwerkskammern in Sachsen fordern von der Landesregierung Planungssicherheit für die Weihnachtsmärkte. Hintergrund sind Unsicherheiten über eventuelle Corona-Beschränkungen.

Der Besuch eines Weihnachtsmarktes gehört für viele Menschen zur Tradition. Doch Weihnachtsmärkte sind eben nicht nur Tradition, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Innenstädte, den Tourismus, die Gastronomie und vor allem auch für das Handwerk.

Frank Wagner Präsident der Handwerkskammer Chemnitz

Das Kunsthandwerk erziele einen großen Teil seines Jahresumsatzes auf den Märkten. Nach dem Ausfall im vergangenen Jahr bräuchten die Betriebe die Weihnachtsmärkte mehr denn je, sagte der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, Frank Wagner. In Pulsnitz zogen die Veranstalter des "Pfefferkuchenmarktes" unterdessen bereits Konsequenzen. Sie teilten am Freitag mit, dass der Markt erneut abgesagt wird. Grund für die Absage sind nach Auskunft der Organisatoren die Auflagen des Gesundheitsamtes wegen der Corona-Pandemie. 

Zeitlicher Vorlauf für Märkte notwendig

Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz verwies darauf, dass Wirtschaft und Kommunen für ihre Planungen entsprechend zeitlichen Vorlauf benötigen und nicht bis Ende Oktober oder November warten könnten. Solange die Regierung ihren vierwöchigen Rhythmus für die Corona-Schutzverordnungen beibehalte, sei aber diese "viel zu knappe und für alle Beteiligten kaum umsetzbare Zeitschiene zu befürchten", kritisierte Wagner.

Keine 3G-Regel bei "fließenden Besucherströmen"

Sachsens Kultur- und Tourismusministerium verwies darauf, dass es bereits Corona-Regeln für Großveranstaltungen gebe. Zudem sei man derzeit mit den Akteuren - also Kommunen und privaten Veranstaltern - im Gespräch. So muss bei Open-Air-Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen ein genehmigtes Hygienekonzept vorliegen.

Die sogenannte 3G-Regel sowie die Erfassung von Kontakten ist demnach auf Weihnachtsmärkten aufgrund der "fließenden Besucherströme" nicht notwendig - allerdings nur wenn der Markt aufgeteilt ist in Flanier- und Verweilbereiche. In letzteren dürfen sich nicht mehr als 1.000 Besucher aufhalten - dabei zählen auch Geimpfte und Genesene mit.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 24. September 2021 | 13:30 Uhr

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