Unternehmerlohn Sachsen schließt Förderlücke für kleine Unternehmen

Selbstständige und kleine Unternehmen ohne nennenswerte Fixkosten haben bei den aktuellen Corona-Hilfsprogrammen meist das Nachsehen. Um ihnen besser helfen zu können, will Sachsen diese Förderlücke nun beseitigen.

Kosmetikerin mit Maske bei der Arbeit an einer Kundin
Kosmetikerinnen und Kosmetiker, die ihr eigenes Unternehmen führen, können von dem Unternehmerlohn profitieren. Bildrechte: imago images/Addictive Stock

Das sächsische Wirtschaftsministerium hat neue Corona-Hilfen für Kleinstunternehmer, Selbstständige und Freiberufler geplant. Das Programm namens "Sachsen Plus" soll laut Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) eine Förderlücke beseitigen, da kleine Unternehmen mit keinen oder geringen Fixkosten bisher durch alle Programme gefallen seien.

Pauschale von 4.750 Euro

Unterstützt werden demnach Unternehmer oder Freiberufler, die kaum Fixkosten ansetzen können, aber Augaben für ihr Personal haben. Pro Antragsteller ist eine pauschale Hilfe von 4.500 Euro plus 250 Euro für Steuerberater-Ausgaben geplant. Um diese zu erhalten, muss im November und Dezember 2021 ein coronabedingter Umsatzrückgang von mehr als 60 Prozent im Vergleich zu 2019 vorliegen.

Bund muss Hilfsprogramm noch zustimmen

Das Programm werde derzeit erarbeitet und soll im Januar 2022 im Kabinett beschlossen werden, kündigte das Wirtschaftministerium an. In dem Zeitraum laufe auch die Abstimmung mit dem Bund. Weil das Geld aus den Corona-Härtefallhilfen von Bund und Land kommen soll, müsse der Bund dieser Hilfe noch zustimmen. Ähnlich wie bei anderen Hilfsprogrammen soll wieder die Sächsische Aufbaubank (SAB) die Anträge der Interessentinnen und Interessenten für das Programm entgegennehmen.

Positive Reaktion der Handwerkskammer Dresden

Erfreut über den Vorstoß der Landesregierung zeigte sich der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich. In einer ersten Reaktion sagte er zur Einführung der auch als Unternehmerlohn bezeichneten Hilfe:

Dr. Jörg Dittrich, Präsident Handwerkskammer Dresden, Dachdecker und Hochbauingenieur.
Bildrechte: HWK

Das sind gute Nachrichten kurz vor Weihnachten - unter anderem für die Kosmetikbetriebe in Ostsachsen, die unverschuldet ihrem Beruf derzeit in weiten Teilen nicht nachgehen können. Der Plan, eine frei verwendbare Betriebskostenpauschale aufzulegen, ist auch das Ergebnis intensiver Gespräche, die wir mit der Landesregierung geführt haben.

Jörg Dittrich Präsident der Handwerkskammer Dresden

Durch die aktuelle Corona-Verordnung des Landes sei Kosmetikern die Ausübung ihres Berufes weitestgehend untersagt. Während angestellte Kosmetiker Kurzarbeitergeld bekämen, stünden die Arbeitgeber als Einzelunternehmer ohne Einkommen da. Die Überbrückungshilfe "III Plus" sowie andere pandemiebedingte Hilfszahlungen griffen für diese Fälle nicht.

Quelle: MDR(sth/pb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 22. Dezember 2021 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

Jedimeister Joda vor 39 Wochen

Na da ist doch mal ein Lichtblick für die ganz Kleinen. Nachdem die Regierung die Lufthansa und andere Großkonzerne richtig unterstützt hat wurde es Zeit mit einem Feigenblatt auf die Kleinen zuzugehen. Für einen Krieg in Afghanistan haben die Steuerzahler 20000 Millionen Euro bezahlt ohne einen mickrigen Erfolg. Wenn jetzt mit dem gleichen Betrag ganz kleine Selbstständige und Freiberufler unterstützt würden reichte dieses für 4 444 444 kleine Firmen. Großartig- ein Riesenerfolg. Na dann vorwärts. Nur einmalig 4500€ ist wohl nur symbolisch gemeint.Übrigens in Thüringen soll es für die Beamten 1300€ zusätzliches Geld geben. Auch ohne Firma und immer sehr gute Besoldung. Also denkt mal nach wo es fehlt. Ich kann euch nicht helfen. Jedimeister Joda Dagobasystem

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