Häusliche Lernzeit Lehrergewerkschaften kritisieren Vorgaben fürs Homeschooling

Eine Mutter arbeitet Zuhause an einem Laptop, während ihre beiden Kinder neben ihr malen und ein Buch ansehen.
Das sächsische Kultusministerium hatte vor gut zwei Wochen Standards für die häusliche Lernzeit veröffentlicht. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Vor gut zwei Wochen hat das sächsische Kultusministerium Standards für die Gestaltung der häuslichen Lernzeit veröffentlicht. Dazu gehören Online-Angebote, regelmäßige Rückmeldungen der Lehrerinnen und Lehrer sowie festgelegten Zeiten, in denen die Lehrkräfte erreichbar sein sollen. Die Veröffentlichung dieser Standards auf einer Internetseite des Kultusministeriums sorgt jetzt für heftige Kritik.

Scharfe Kritik durch Lehrerverbände

Der Philologenverband Sachsen schreibt in einer Stellungnahme, dass Lehrkräfte nicht zur Zielscheibe öffentlicher Auseinandersetzungen in sozialen Netzwerken gemacht werden dürften. Die Lehrergewerkschaft GEW beklagt in einem Brief, dass sich das Kultusministerium "öffentlich an der stets wohlfeilen Lehrerschelte" beteilige. Auch der sächsische Lehrerverband teilt die Kritik. Auf Nachfrage von MDR Sachsen teilte der Verband mit, dass er fürchte, dass so ein Keil zwischen Lehrer und Eltern getrieben werde.

Eltern üben Druck aus

Hintergrund ist, dass es offenbar vermehrt Meldungen an die Gewerkschaften gab, dass Eltern nun unter Berufung auf die Standards Druck aufbauen würden, indem sie bestimmte Aktivitäten der Schulen einfordern.

Quelle: MDR/dka/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2021 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

4 Kommentare

alter dynamo fan vor 6 Wochen

Ich kenne Lehrer in meinem Umfeld die keine Ahnung von Computer haben , auch nicht gewillt sind das zu ändern . Sie sind zwar schon älter . In der freien Wirtschaft speziell in meinem Gebiet des Werkzeugbaues war es auch für schon 50 jährige erforderlich sich Digitalisierung anzueignen um den Job zu behalten

lk2001 vor 6 Wochen

Ich kann nicht sagen das die Lehrer in unserer Schule nichts tun. Es ist wohl eher so das sie versuchen unter den völlig unzureichenden Bedingungen des Sächsischen Bildungssystems möglichst viel zu tun. Letzlich liegt die Schuld nicht bei Ihnen sondern bei einem Bildungsminister mit seinem Ministerium der völlig inkompetent ist und sich nicht in der Lage sieht für Voraussetzungen zu sorgen die diesen Namen auch verdienen. Das Schuljahr muss wiederholt werden, jedenfalls für alle die dies wünschen. Wie die Politik dies macht und wo die Lehrer herkommen ist mir völlig egal. Es gibt ein Recht auf Bildung, genauso wie es die Schulpflicht gibt. Diese häusliche Lernzeit ist am Ende nichts anderes wie der bessere Name für Ausfall.

HalloHallo vor 6 Wochen

Was für ein sinnloser Kommentar. Woher haben sie die Informationen? Ob sie es glauben oder nicht, aber die Lehrer arbeiten seit Wochen wesentlich mehr als sonst. Das wissen sie natürlich nicht und wahrscheinlich wollen sie es auch nicht wissen. Zudem nutzen sie dafür ausschließlich ihre privaten Geräte und das mit ihren privaten Strom. Sie wurden übrigens auch nicht gefragt, sondern ihnen wurde angewiesen von zu Hause zu arbeiten. Es war kein persönlicher Wunsch. Aber es ist inzwischen üblich, ohne etwas zu hinterfragen, plump erst einmal irgend etwas zu äußern um jemand Schuldigen zu finden. Richtig so. Das wird uns alle voran bringen.

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