Urlaub in Pandemiezeiten Billige Hotels in den Städten, teure Unterkünfte auf dem Land

Am Wochenende beginnen in Sachsen die Herbstferien. Wer jetzt noch keine Pläne hat oder kurzfristig umdisponieren will, weil die geplante Urlaubsregion nun als Corona-Risikogebiet gilt, kann Schnäppchen-Glück haben. Einige Regionen sind in diesem Jahr nämlich besonders preiswert.

Touristen gehen im Nationalpark Sächsische Schweiz in der Felsenburg Neurathen im Gegenlicht der untergehenden Sonne zu eine Aussichtsplattform.
Touristen wandern im Nationalpark Sächsische Schweiz zur Felsenburg Neurathen. Bildrechte: dpa

Während auf dem Land die Preise - auch coronabedingt - im Durchschnitt gestiegen sind, ist ein Hotelzimmer in den Großstädten in diesem Jahr mitunter deutlich günstiger als im vergangenen Jahr. Das zeigt ein Vergleich von MDR SACHSEN. Dafür wurden Durchschnittspreise für Unterkünfte auf Buchungsportalen wie HRS und idealo verglichen.

In Nürnberg kostet ein Hotelzimmer fast 20 Euro weniger

Für die meisten Sachsen sind Reisen in innerdeutsche Risikogebiete derzeit noch nicht mit einer Quarantäne verbunden. Das Beherbergungsverbot greift lediglich, wenn die Heimatregion zum Risikogebiet erklärt wurde, wie es derzeit im Erzgebirgskreis der Fall ist. Wer aktuelle Risikogebiete aber dennoch meiden will, kann beispielsweise in Bonn, Hannover oder Nürnberg preiswert den Urlaub verbringen. In allen drei Städten zahlen Reisende in diesem Jahr zehn bis 20 Euro weniger pro Nacht. Ein Beispiel: Während ein Hotelzimmer in Nürnberg im September vergangenen Jahres durchschnittlich noch 93 Euro kostete, zahlen Urlauber in diesem Jahr nur noch 77 Euro.

In der Uckermark sind die Preise massiv gestiegen

Preiswerte Regionen auf dem Land sind dagegen schwerer zu finden: Gerade in den Ferienregionen auf Rügen, an der Ostsee oder in der Uckermark sind die Preise massiv gestiegen. Ein Hotelzimmer in der Uckermark kostet beispielsweise in diesem Monat durchschnittlich 72 Euro. Zum Vergleich: 2019 lag der Durchschnittspreis lediglich bei 45 Euro - ganze 60 Prozent weniger.

Kreideküste auf Rügen
Bildschön, aber deutlich teuerer als noch im vergangenen Jahr ist der Urlaub auf Rügen. Bildrechte: imago images/Shotshop

Relativ preiswerte Unterkünfte auf dem Land gibt es in den kommenden Herbstferien noch am Bodensee, in Nordfriesland, an der Spree und im Rhein-Erft-Kreis nahe der Eifel. So kostet eine Ferienwohnung in der Region Spree-Neiße in diesem Jahr durchschnittlich 37 Prozent weniger als im Vorjahr und ist schon für 33 Euro pro Nacht zu haben. Wer in die Berge fahren will, muss im Oberallgäu mit Preissteigerungen von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr für ein Hotelzimmer rechnen. Bei einer Ferienwohnung sind es in der gleichen Region 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2019.

Gesteigerte Nachfrage auch in Sachsen

Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA in Sachsen, sagt, auch in Sachsen hätten ländliche Gebiete im Corona-Sommer 2020 eine steigende Beliebtheit verzeichnet. Vor allem die Sächsische Schweiz sei mittlerweile sehr bekannt. Aber auch für Städte wie Dresden sei es gut gelaufen. Es gäbe allerdings auch ländliche Gebiete in Sachsen, die weniger gut besucht worden seien, beispielsweise die Oberlausitz.

Hauptgeschäftsführer Dehoga Sachsen Axel Klein
Axel Klein,Hauptgeschäftsführer Dehoga Sachsen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aufgrund der Corona-Krise sieht Axel Klein die Lage vor Beginn der Herbstferien als angespannt an. Vor allem für die sächsischen Hoteliers sei es wichtig, Sicherheiten zu haben. Dabei gehe es besonders um das Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten und die geringen Vorlaufzeiten, mit denen politische Entscheidungen getroffen würden.

Quelle: MDR/iz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.10.2020 | 15:10 Uhr

1 Kommentar

Grosser Klaus vor 27 Wochen

Die Menschen werden nun schon seit Monaten unter subtilem Dauerstress gehalten. Die Möglichkeiten, eine Auszeit zu nehmen und Abwechslung zu erleben werden Schritt für Schritt beschnitten. Im Sommer waren Auslandsurlaube unerwünscht, nun werden sogar die innerdeutschen Reisen eingeschränkt. Warum erkennen die Politiker nicht, dass sie mit diesen Maßnahmen der psychischen Gesundheit breitester Bevölkerungsschichten nachhaltig schaden? Zu all den Maßnahmen kommen dann noch pessimistische und vollkommen perspektivlose Aussagen und Androhungen von weiteren Maßnahmen. Wenn die Politiker Gesundheitsvorsorge ernst nehmen würden, sollten sie auch dafür sorgen, dass die Stimmung und Befindlichkeit der Bevölkerung nicht vollkommen kippt. Denn eine erschöpfte Bevölkerung wird auch weniger widerstandsfähig gegen den Virus sein.

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