Corona-Verordnung Sachsen ändert Selbsttest-Regeln

Bislang konnten in Sachsen Selbsttests zu Hause gemacht werden, wenn man etwa zum Friseur wollte. Das reicht jetzt nicht mehr aus. Der Freistaat muss sich der schärferen Verordnung des Bundes beugen. Außerdem soll das Impfen im Erzgebirge wegen der hohen Infektionszahlen hochgefahren werden.

Negativer Test in einer Hand mit Einmalhandschuh
Selbsttests müssen jetzt direkt vor Ort gemacht werden, alternativ ist ein Schnelltest im Testzentrum möglich. Bildrechte: imago images/Rene Traut

In Sachsen reicht es nicht mehr aus, mit einem Corona-Selbsttest und eigenhändig ausgefülltem Formular Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte nach einer Kabinettssitzung in Dresden, Bürger müssten die Tests ab sofort in einem Testzentrum oder direkt etwa beim Friseur zu machen. Das sei eine Änderung, der sich Sachsen beugen müsse, sagte die Ministerin mit Verweis auf Bundesregelungen. Deshalb werde die aktuelle sächsische Corona-Schutzverordnung in diesem Punkt angepasst.

Kultusministerium: Rücksicht auf kurzfristige Entscheidung nehmen

Die Regelung gilt unabhängig von der Inzidenz auch für Schulen. Eltern können ihren Kindern demnach nicht mehr eine Bescheinigung über einen zu Hause gemachten Test mitgeben. Die Kinder müssten sich unter Aufsicht in den Schulen testen. Im SMK-Blog des Kultusministeriums heißt es dazu, auch Testnachweise aus anerkannten Testzentren würden anerkannt. Wegen der kurzfristigen Entscheidung sollten Schulen nach Möglichkeit Rücksicht auf die Situation nehmen.

Auch Eltern, die ihr Kind in die Kita begleiten möchten, müssen die Regel befolgen. Sie können sich an der Tür oder in einem dafür vorgesehenen Bereich testen oder ebenfalls den Nachweis aus einem anerkannten Testzentrum vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, wie der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs, MDR SACHSEN sagte.

Mehr Impfungen bald mit Johnson & Johnson im Erzgebirge

Köpping kündigte außerdem an, das Impfen im Erzgebirgskreis auszuweiten. Dort sollen auch 50.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson zum Einsatz kommen, die noch im Mai nach Sachsen geliefert werden. 21.000 Dosen davon seien bisher schon angekommen. Mit dem Impfstoff können sich Menschen ohne Zugehörigkeit zu einer Priorisierungsgruppe impfen lassen. Eine Dosis reicht für den vollen Schutz aus. Bislang wird der Impfstoff in Sachsen nur von mobilen Impfteams eingesetzt, so Köpping. 21.000 Dosen davon seien schon geliefert worden.

Der Erzgebirgskreis verzeichnet weiter die höchste 7-Tage-Inzidenz in Sachsen. Sie lag am Dienstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 279,7, in Sachsen bei 167,6. Die geringste Ansteckungsrate verzeichnet die Stadt Leipzig mit 83,6. Auch Dresden liegt erstmals seit langem wieder unter der 100er-Grenze. Die bundesweite Inzidenz fiel auf 115,4.

Köpping: Geduld bei Impfterminen

Köpping bat auch um Geduld, wenn es mit einem Impftermin noch immer nicht klappt. Das Deutsche Rote Kreuz schalte inzwischen drei Mal pro Woche Impftermine frei. Allein in der Prioritätengruppe 3 gebe es 1,5 Millionen Menschen. "Das schaffen wir einfach nicht an nur wenigen Tagen", sagte die Ministerin. Mittlerweile hätten 28,8 Prozent der Sachsen eine Erstimpfung erhalten. Man hoffe, die Marke von 30 Prozent noch diese Woche reißen zu können. Bei Zweitimpfungen betrage die Quote 12,9 Prozent.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 11. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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