Corona-Impfung Corona-Impfung für Kinder: Sachsen will sich an Stiko-Empfehlung halten

In Deutschland gibt es eine Diskussion über Corona-Impfungen von Kindern. Während die Ständige Impfkommission zurückhaltend ist, ist Gesundheitsminister Spahn vorgeprescht. Sachsen will sich an die Stiko-Empfehlung halten. Die Vorbereitungen laufen dennoch.

Schüler einer 5. Klasse malen um einen Tisch sitzend bei einer Gruppenarbeit.
Eine Impfpflicht für Schüler soll es nicht geben, heißt es aus der sächsischern Politik. Bildrechte: dpa

Bis Ende August, das hat Gesundheitsminister Jens Spahn als Ziel vorgegeben, sollen Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein Impfangebot erhalten. Nur: Für sie ist bislang gar kein Impfstoff zugelassen.

Die Europäischen Arzneimittelbehörde EMA prüft zwar gerade das Biontech-Vakzin. Doch die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut wolle das Impfen für Kinder und Jugendliche vielleicht gar nicht pauschal empfehlen, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens diese Woche. Der Grund: Es gebe wenig schwere Verläufe und man wisse fast nichts über Langzeitfolgen.

Vorbereitungen für Impfungen von Kindern

Die Entscheidungen würden nach Bewertung der Risiken und des Nutzens getroffen, erklärte Mertens: "Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird. Kinderimpfungen macht man, damit den Kindern schwere Krankheiten erspart bleiben, ohne dass sie ein Risiko eingehen."

In Sachsen würden die Impfungen der 12- bis 16-Jährigen allerdings bereits vorbereitet, sagt Sozialministerin Petra Köpping, schränkt aber gleich ein: "Alles was wir machen ist natürlich abhängig von den Empfehlungen der Stiko. Aber dass man natürlich vorbereitet ist, um ein Angebot zu machen, das ist, glaube ich, richtig und notwendig."

Keine Impfpflicht für Kinder

Anders sieht das die AfD-Fraktion. Es brauche kein Impfangebot für Kinder und Jugendliche, sagt der bildungspolitische Sprecher, Rolf Weigand. Diese seien weder Infektionstreiber noch seien sie anfällig für schwere Verläufe. Rolf Weigand sagt: "Das Recht auf Bildung darf nicht an eine Corona-Impfung gekoppelt werden. Wir lehnen eine Impfpflicht für den Schulbesuch als AfD entschieden ab."

Simone Lang
Simone Lang, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag Bildrechte: Stefan Kraft

Petra Köppings SPD-Kollegin Simone Lang, gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, stellt klar: Eine Impfpflicht für Schüler solle es ohnehin nicht geben.

"Aber wer die Möglichkeit hat, der kann selber entscheiden, ob er das möchte, also in dem Fall die Eltern mit den Kindern, und wir wissen auch, dass die Schulen kein Hotspot waren. Insofern, glaube ich, wird man auch den Schulbetrieb normal wieder einrichten, auch wenn nicht alle Kinder durchgeimpft werden", erklärt Simone Lang.

Impfangebot statt Pflicht

Luise Neuhaus-Wartenberg (Die Linke), Landtagsabgeordnete, spricht im Landtag zu den Abgeordneten. Themen sind unter anderem die Situation ostdeutscher Fußballvereine sowie die Energiepolitik im Freistaat.
Luise Neuhaus-Wartenberg, bildungspolitische Sprecherin der Linken im Sächsischen Landtag Bildrechte: dpa

Dieser Meinung ist auch die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Luise Neuhaus-Wartenberg. Sie fordert, dass Gesundheitsschutz und das Recht auf Bildung nicht gegeneinander ausgespielt werden: "Dass wir nicht in so ein Fahrwasser kommen, das da heißt, Kinder und Jugendliche dürfen nur noch in die Schule, wenn sie geimpft sind. Das ist alles totaler Quatsch."

Es gehe an keiner Stelle um eine Impfpflicht, sondern immer nur um ein tatsächliches Impfangebot. Gesundheitsminister Spahn kündigte jedoch an, womöglich auch ohne eine Empfehlung der Stiko an den Impfplänen für Kinder und Jugendliche festzuhalten.

Sächsische CDU-Politikerin widerspricht Spahn

Daniele Kuge, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in Sachsen, widerspricht ihrem Parteikollegen da. Zwar sei auch sie grundsätzlich dafür, Schüler zu impfen. Doch man müsse immer daran denken, dass das wissenschaftlich fundiert sei. Die Politik dürfe sich eben nicht über die Mehrheit der Wissenschaftler hinwegsetzen.

Die Entscheidung der EMA über eine Zulassung von Biontech für 12- bis 16-Jährige wird in den kommenden Tagen erwartet. Parallel dazu arbeitet auch die Stiko an ihrer Empfehlung.

Quelle: MDR AKTUELL / Marc Zimmer

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 27. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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