Positionspapier Sächsische Impfkommission empfiehlt Impfungen für Kinder mit Erbkrankheiten und Immunschwäche

Viele Eltern stehen seit der Freigabe der mRNA-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche vor der Frage, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen. Die Sächsische Impfkommission hat dazu nun einen Leitfaden herausgegeben, der Eltern in der Entscheidungsfindung unterstützen soll. Darin sind vor allem Risikofaktoren benannt, die zu einem schweren Krankheitsverlauf führen könnten. Für diese empfiehlt die Kommission eine Impfung.

Ein Junge bekommt eine Spritze in den Arm
Die Europäische Arzneimittelbehörde hat den mRNA-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Westend61

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat am Mittwoch ein Positionspapier zu Impfempfehlungen bei Kindern und Jugendlichen mit dem dafür zugelassenen mRNA-Impfstoff von Biontech und Pfizer veröffentlicht. Damit wolle man einen "pragmatischen Leitfaden" erstellen, um Eltern von Kindern zwischen 12 und 15 Jahren bei der Entscheidungsfindung über eine Impfung gegen das Coronavirus zu helfen, so die SIKO.

Impfung bei Risikofaktoren

Grundsätzlich empfiehlt die Kommission eine Impfung unter anderem:

  • bei Trisomie 21 und anderen Erbkrankheiten, die das Immunsystem schwächen können
  • bei vererblichen Immundefekten
  • bei Stoffwechselerkrankungen, die die Immunität beeinträchtigen
  • bei Gendefekten oder Stoffwechselstörungen, die zu schweren und tödlichen Infektionsverläufen führen
  • nach Organ-, Knochenmark- oder Stammzellentransplantationen
  • bei Krebserkrankungen
  • bei Lungenerkrankungen, die mit einer Lungenveränderung einhergehen
  • bei Heimbeatmeten, Nierenerkrankungen und Dialysepflichtigen

Die komplette Liste der Risikofaktoren, bei deren Vorliegen eine mRNA-Impfung empfohlen wird, hat die Landesärztekammer Sachsen auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Keine generelle Impfempfehlung – weitere Daten nötig

Über die persönlichen Risikofaktoren hinaus rät die SIKO zur Impfung von Kindern und Jugendlichen, wenn im unmittelbaren Umfeld Risikopatienten leben. Allerdings könne eine generelle Impfempfehlung erst gegeben werden, wenn weitere Daten zu Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit vorliegen, so die Kommission. Allgemein müsse bei einer solchen Empfehlung zwischen Risiko, Nebenwirkungen und Nutzen abgewogen werden. Laut SIKO sind Kinder und Jugendliche keine Infektionstreiber und hätten nur ein geringes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben.

Reduktion der Neuinfektionen

Ziel der Impfungen sei vor allem eine "schnelle und signifikante Reduktion der Zahl von Neuinfektionen sowie eine Reduktion der schweren Krankheitsverläufe und der Hospitalisierungen", hieß es. Deshalb habe man sich vorerst dazu entschlossen, keine generelle Empfehlung auszusprechen, sondern Risikofaktoren zu benennen. Die Kommission empfehle allerdings, eine Impfung aller anderen Kinder und Jugendlichen der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren nach ausführlicher Aufklärung des Impflings und der Sorgeberechtigten zu ermöglichen.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | In den Nachrichten | 09. Juni 2021 | 13:00 Uhr

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