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Auch für Pfleger und Pflegerinnen in Seniorenheimen (Archivbild) gilt seit März die Impfpflicht gegen Corona. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einrichtungsbezogene Impfpflicht23.600 Beschäftigte ohne Impfnachweis im Gesundheitswesen Sachsens

von MDR SACHSEN

Stand: 13. Mai 2022, 18:57 Uhr

Die umstrittene einrichtungsbezogene Impfpflicht gegen Corona ist in Sachsen nicht vollständig umgesetzt worden: Rund 23.600 Beschäftigte und damit etwa jeder zwölfte Mitarbeitende in Pflegeheimen, Praxen und Kliniken hat keinen Impfnachweis. Das meldeten Ende April elf der 13 sächsischen Gesundheitsämter ans Sozialministerium. Dabei gibt es große Unterschiede vor allem zwischen den sächsischen Landkreisen.

Die umstrittene einrichtungsbezogene Impfpflicht betrifft in Sachsen 277.000 Beschäftigte im Gesundheitsbereich. Im April ermittelte eine Umfrage von MDR SACHSEN in neun von 13 sächsischen Gesundheitsämter, dass mehr als 23.500 Beschäftigte und damit etwa jeder Zwölfte, ohne Impfnachweis arbeiteten.

Jeder Zwölfte Beschäftigte im Gesundheitsbereich wurde gemeldet

Am Freitag hat das sächsische Sozialministerium erstmals eine Auswertung vorgelegt. Dem lagen ausgewertete Daten zur Impfpflicht von zwölf der 13 Gesundheitsämter vor. Die Zahl der ungeimpften Mitarbeiter hat sich seit April kaum verändert: In 4.332 Berichten der Arbeitgeber an die Gesundheitsämter wurden 23.625 Beschäftigte gemeldet, deren Impfnachweis fehlt oder nicht vollständig ist. Das ist nach wie vor etwa jeder Zwölfte Beschäftigte.

Dresden, Chemnitz und Kreis Bautzen an der Spitze

Besonders gravierend sind die Unterschiede zwischen den Landkreisen und Großstädten. Die meisten Fälle hat Dresden mit 4.863 gemeldeten Beschäftigten, gefolgt vom Landkreis Bautzen (3.498), der Stadt Chemnitz (3.010), sowie der Stadt Leipzig (2.507). Ihnen folgen die Landkreise Zwickau (2.342), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2.251), Görlitz (1.920), Meißen (1.500), der Vogtlandkreis (941), der Erzgebirgskreis (440) und Landkreis Leipzig (353).

Ein Bußgeld gegen eine Person, Einrichtung oder ein Unternehmen wurde bisher nicht verhängt.

Sächsisches Sozialministerium | Sächsisches Sozialministerium

Mittelsachsen und Nordsachsen legten keine oder unvollständige Zahlen vor

Der Landkreis Mittelsachsen müsse noch die Anzahl der umgeimpften Personen zu den erfolgten 532 Meldungen ermitteln. Aus dem Landkreis Nordsachsen lag dem Ministerium zum Stichtag keine Meldungen vor.

Bisher keine Betretungs- oder Arbeitsverbote für Ungeimpfte

Etwas mehr als die Hälfte der 23.625 gemeldeten Ungeimpften wurden bisher durch die Gesundheitsämter zum Vorlegen der Nachweise aufgefordert. Doch laut Sozialministerium hatten Verstöße gegen die einrichtungsbezogene Impflicht für Betroffene bislang keine Konsequenzen. Keines der Gesundheitsämter in Sachsen habe bisher ein Betretungs- oder ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen. Auch ein Bußgeld gegen eine Person, Einrichtung oder ein Unternehmen wurde bisher nicht verhängt, teilte das Sozialministerium mit.

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MDR (Red)/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Nachrichten | 13. Mai 2022 | 15:00 Uhr