Bund-Länder-Gipfel Sachsen bekommt 100.000 Dosen Biontech-Impfstoff zusätzlich

Impfstoff des Herstellers Pfizer-BioNTech ist in einem Kühlschrank vom Impfzentrum der Stadt zu sehen.
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Im Kampf gegen das Coronavirus bekommt Sachsen 100.000 zusätzliche Dosen des Impfstoffes Biontech. Das teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer via Facebook als ein Ergebnis des Bund-Länder-Gipfels mit. "Damit können wir schneller in den Grenzregionen impfen, zum Beispiel Lehrer aller Altersgruppen", so Kretschmer.

Sachsen habe darauf gedrängt, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe den Impfstoff in der Europäischen Union organisiert. Das helfe sehr vor allem in Regionen wie dem Vogtland, dem Erzgebirge und Zwickau: "Wir wollen
zielgerichtet in diesen Hotspots impfen und versuchen dort, die Situation besser in den Griff zu bekommen."

Fünf Bundesländer bekommen mehr Impfstoff

Bei der Telefonkonferenz wurde vereinbart, dass insgesamt fünf Bundesländer zum Schutz vor dem Eintrag mutierter Coronaviren durch Pendler aus Nachbarstaaten zusätzliche Impfdosen bekommen sollen. Dies betrifft das Saarland und Rheinland-Pfalz mit ihrer Grenze zu Frankreich sowie neben Sachsen auch Bayern und Thüringen wegen der hohen Infektionszahlen in Tschechien. Dem Beschluss zufolge sollen Bayern und Sachsen jeweils 100.000 zusätzliche Impfdosen bekommen, das Saarland 80.000, Thüringen 30.000 und Rheinland-Pfalz 20.000 Dosen.

Hausärzte sollen nach Ostern einsteigen - in Sachsen ab 5. April

Im Mittelpunkt der Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länderstand auch die Frage, welche Rolle Hausärzte beim Impfen spielen können. Dem Beschluss zufolge sollen Hausärzte in Deutschland unmittelbar nach Ostern routinemäßig in die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus einsteigen.

Kretschmer sagte dazu, es brauche eine "kritische Menge", damit auch alle Praxen eine nennenswerte Anzahl von Dosen bei sich im Kühlschrank haben. Das werde ab 5. April der Fall sein. Dann gehe es in den Hausarztpraxen los: "Das ist auch dringend notwendig. Wir wünschen uns mehr Flexibilität, damit wir dann auch schneller vorankommen."

Grundsätzlich bleibe es zwar bei der Impfpriorisierung, da ältere Menschen mit einem schlimmeren Verlauf der Infektion rechnen müssten, erklärte Kretschmer. Dennoch werde es auch in den Hausarztpraxen mehr Flexibilität geben. Wenn Söhne und Töchter im Alter von 40 oder 50 ihre Eltern zum Impfen in die Praxis begleiten, könnten sie gleich mitgeimpft werden.

In Sachsen war bereits ein Modellprojekt mit Hausärzten gestartet, wegen des Impfstopps von Astrazeneca aber kurz nach Beginn wieder ausgesetzt worden.

Ursprünglich sollte der Impfgipfel bereits am Mittwoch stattfinden. Er wurde dann aber verschoben, um eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zu möglichen Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca abzuwarten. Am Donnerstag hatte die EMA dann empfohlen, den Impfstoff weiter zu verwenden. Deutschland hob daraufhin den vorübergehenden Verwendungsstopp des Astrazeneca-Vakzins wieder auf.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.03.2021 | 19:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 19.03.2021 |19:00 Uhr

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