Impfstoffknappheit Impfzentren in Sachsen nur zu sechs Prozent ausgelastet

Eine Frau wird in einem Impfzentrum gegen Corona geimpft
In Sachsen wird noch zu wenig gegen das Coronavirus geimpft. Das liegt aber den Angaben zufolge nicht an der Bereitschaft der Bevölkerung, sondern an der Knappheit der Impfstoffe. Bildrechte: dpa

Die Impfzentren in Sachsen sind bei weitem nicht ausgelastet. Das hat Sozialministerin Petra Köpping am Donnerstag erneut auf einer Pressekonferenz betont. Statt der möglichen 1.000 Impfungen, die jedes Impfzentrum am Tag durchführen könne, seien aktuell lediglich 57 Impfungen möglich. Das liege an der Knappheit des Impfstoffes.

Hoffnung auf dritten Impfstoff - Priorisierung unklar

"Wir würden uns wünschen, dass wir die Impfstoffe zur Verfügung hätten, um zügig durchzuimpfen", sagte Köpping. "Es tut weh, wie wenig Impfstoffe wir zu Verfügung haben." Besserung verspricht sich die Ministerin nach eigenen Angaben von der Neuzulassung eines dritten Präparats. Der Impfstoff Astra-Zeneca soll voraussichtlich in den nächsten Tagen eine Zulassung erhalten. Damit könnte der Freistaat bald deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung haben.

Unklar ist jedoch, wer mit Astra-Zeneca zuerst geimpft werden soll. Laut dem Vorsitzenden der sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, ist noch offen, bis zu welchem Alter der neue Impfstoff zugelassen wird. Astra-Zeneca wird zum Teil kritisch gesehen, da er womöglich keine Zulassung für Menschen über 65 Jahre erhält. Nach Angaben von Grünewald liegt das aber an zu wenigen Studien, nicht an der Wirksamkeit des Präparats. Es müsse priorisiert werden, wenn die Zulassung vorliege. Alles andere sei Spekulation.

Aktuell werden in Sachsen die Impfstoffe des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie vom US-Pharmakonzern Moderna verimpft.

Heime bis Anfang März durchgeimpft

Laut Köpping sind inzwischen 79.171 Menschen in Sachsen gegen das Coronavirus geimpft worden. Alle rund 1.000 Einrichtungen im Freistaat, wie Pflege-, Alters- und Behindertenheime, seien für die Impfungen bis Anfang März verplant.

Im Hinblick auf die Infektionen mit dem Coronavirus sei der Freistaat auf einem guten Weg. Die aktuellen Maßnahmen seien hart und schwerwiegend, zeigten aber Wirkung. Auch die Lage in den Krankenhäusern habe sich inzwischen leicht entspannt. Doch noch immer sei die Zahl der Toten deutlich zu hoch.

Ausstiegsszenario in Planung

Aktuell arbeiten die Verantwortlichen Köpping zufolge an einem Ausstiegsszenario für den Lockdown in Sachsen. Das Szenario solle festlegen, ab welchen Inzidenzen man was regelt.

Geplant seien möglichst bundesweit einheitliche Regelungen. Über Lockerungen sollten allerdings nicht nur Inzidenzwerte entscheiden. "Einen Zeitpunkt für Normalität kann ich heute nicht bestimmen", so die Ministerin.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.01.2021 | 21:00 Uhr in den Nachrichten

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