Aktuelle Zahlen Sprunghafter Anstieg bei Corona-Intensivpatienten in Sachsen

Das Robert-Koch-Institut hat für Sachsen eine Wocheninzidenz von 793,7 gemeldet. Damit bleibt Sachsen weiter deutlich das Bundesland mit dem höchsten Inzidenzwert. Einen deutlichen Zuwachs gibt es bei der Versorgung von Intensivpatienten. Im Freistaat treten ab Montag strengere Corona-Beschränkungen in Kraft.

Eine Intensivpflegerin versorgt einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation.
In Sachsen ist die Zahl der Intensivpatienten sprunghaft angestiegen. Im Bild: Die Intensivstation der Uniklinik Leipzig. Bildrechte: dpa

Aus Sachsen werden auch am Sonnabend die höchsten Corona-Inzidenzzahlen im Bundesvergleich gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner mit 793,7 an. Erst mit einigem Abstand folgen Bayern mit 635,6 und Thüringen mit 600,7. Der Bundesschnitt liegt bei 362,2. Dem RKI wurden binnen 24 Stunden aus Sachsen 14.735 Neuinfektionen gemeldet. 34 weitere Menschen sind demnach im Zusammenhang mit Corona gestorben.

Die hohe Zahl der Neuinfektionen ergibt sich aufgrund von Nachmeldungen, weil das RKI am Freitag aufgrund von technischen Problemen keine Daten übermittelt hat. Sachsens Sozialministerium hatte die Zahl der Neuinfektionen am Freitag mit 7.791 beziffert. Das war der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Am Sonnabend meldete das Sozialministerium 7.574 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Höchste Inzidenz in Sächsischer Schweiz-Osterzgebirge

Die höchste Infektionsrate in Sachsen hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Hier liegt der Wert bei 1.536. Dahinter folgt der Landkreis Meißen mit einer Wocheninzidenz von 1.189. Ebenfalls über der 1.000er-Marke bei der Ansteckungsrate befinden sich die Landkreise Leipzig mit 1.088,7 und Bautzen mit 1.071,8. Einen Wert unter 500 haben in Sachsen die Stadt Dresden (383,1) und der Landkreis Görlitz 438,2.

Überlastungsstufe seit Freitag

In Sachsen sind am Freitag weitere Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Weil die Bettenbelegung auf den Normalstationen drei Tage über der Marke von 1.300 lag, gilt ab sofort die sogenannte Überlastungsstufe. Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Situation hat die sächsische Landesregierung am Freitagabend zudem Pläne für weitere Maßnahmen vorgestellt, die am Montag wirksam werden sollen. Sie zeichnen sich vor allem durch den Einsatz der sogenannten 2G-Regel und Schließungen verschiedener Bereiche aus. 

Deutlich mehr Patienten auf den Intensivstationen

Am Sonnabend lagen 1.596 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung auf den Normalstationen sächsischer Krankenhäuser. Das geht aus den Zahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums hervor (Stand: 20.11.2021, 13:00 Uhr). Am Vortag waren es 1.638.

Einen sprunghaften Anstieg gab es bei der Zahl der Intensivpatienten. Auf den ITS in Sachsen müssen aktuell 471 Patientinnen und Patienten behandelt werden. Das sind 86 mehr als am Freitag. Zum vergleich: Im Laufe der Woche stieg die Zahl um etwa zehn bis 15 pro Tag. Mit dem deutlichen Zuwachs wurde auch der bei den Intensivbetten geltende Grenzwert von 420 für die Überlastungsstufe überschritten. Laut Divi-Intensivregister (Stand: 20.11.2021, 10:05 Uhr) werden 194 Patienten invasiv beatmet.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe greift, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Anders als bei den Inzidenzwerten gilt bei der Bettenbelegung die 3+2-Regel: Die Maßnahmen gelten erst ab dem übernächsten Tag.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 20. November 2021 | 19:00 Uhr

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