Aktuelle Corona-Zahlen Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen weiter gestiegen - Patienten werden verlegt

In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner weiter gestiegen. Sie liegt bei rund 1.201 sowie im Erzgebirge über der 2.000er-Marke. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonnabend 10.593 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 48 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung für den Freistaat.

Ein Intensivpflegerin ist auf der Covid-19 Intensivstation im Universitätsklinikum
Rund 560 Menschen liegen auf Sachsens Intensivstationen. Die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer hat begonnen. Bildrechte: dpa

Die Infektionszahlen in Sachsen steigen weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Freistaat liegt am Sonnabend bei 1.201,1 und damit den dritten Tage in Folge über der 1.000er-Marke. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die bundesweite Wocheninzidenz mit 444,3 an, am Vortag lag sie bei 438.

Erzgebirgskreis bundesweit mit höchster Inzidenz

Aus Sachsen wurden dem RKI binnen 24 Stunden 10.593 Neuinfektionen gemeldet. 48 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Der Erzgebirgskreis hat bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner. Am Sonnabendmorgen liegt der Wert bei 2.000,5. Lediglich die Großstädte Dresden (894,8) und Leipzig (788,6) sowie der Landkreis Mittelsachsen (872,7) liegen im Freistaat bei der Wocheninzidenz unterhalb des 1.000-Wertes.

In Regionen mit über 1.000 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern greift die sogenannte "Hotspot"-Regel der Landesregierung. Diese sieht vor, dass Landkreise und kreisfreie Städte, die eine Inzidenz von mehr als 1.000 auf 100.000 Einwohner aufweisen, eine nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 6 Uhr für Ungeimpfte einführen.

2.521 Corona-Patienten in den Krankenhäusern

Am Sonnabend lagen 1.958 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung auf den Normalstationen sächsischer Krankenhäuser. Das geht aus den Zahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums hervor (Stand: 27.11.2021, 11:30 Uhr).

Auf den Intensivstationen in Sachsen müssen laut Gesundheitsministerium 563 Patientinnen und Patienten behandelt werden. (Stand: 27.11.2021, 11:30 Uhr). Laut Divi-Intensivregister sind 269 von ihnen so schwer erkrankt, dass sie invasiv beatmet werden müssen. Die Sieben-Tage-Hospitalisierung gibt das sächsische Ministerium mit 7,32 an.

ITS-Patienten werden in andere Bundesländer verlegt

Wegen der Überlastung von Krankenhäusern werden an diesem Wochenende weitere sechs Patienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt. Zwei Patienten sollen mit Ambulanzflugzeugen nach Bremen gebracht werden. Ein erkrankter Mensch aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt kommt in die Universitätsklinik Rostock, einer aus dem Herzzentrum Dresden in die Helios Kliniken nach Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern, einer aus dem Dresdner Universitätsklinikum nach Göttingen in Niedersachsen und einer aus einem Krankenhaus in Adorf nach Bielefeld in Nordrhein-Westfalen.

Zwei Transporte erfolgten am Freitag aus dem Dresdner Herzzentrum nach Herford in Nordrhein-Westfalen und aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. In der dortigen Universitätsmedizin sei ein 45 Jahre alter beatmungspflichtiger Mann am späten Abend angekommen, sagte ein Kliniksprecher am Sonnabend. In Mecklenburg-Vorpommern werden vier Intensivpatienten aus Sachsen erwartet. Sachsen hat nach Ministeriumsangaben insgesamt 16 Patienten für eine Verlegung angemeldet.

Neue Notverordnung

Um den weiter rasant steigenden Infektionszahlen entgegenzuwirken, gilt seit Montag eine neue sächsische Corona-Notverordnung. Wie die Landesregierung mitteilte, sind weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt. Alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, darunter Diskotheken, Bäder und Fitnesstudios.

Auch Großveranstaltungen, Feste, Messen und Weihnachtsmärkte sind untersagt. Die Gastronomie darf mit der 2G-Regel bis 20 Uhr öffnen. Für Friseure und den Einzelhandel gilt ebenfalls 2G, Supermärkte, Drogerien und Apotheken sind davon ausgenommen. Schulen und Kitas bleiben geöffnet. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 12. Dezember.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 27. November 2021 | 19:00 Uhr

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