Corona-Zahlen Landkreis Meißen bundesweit bei Wocheninzidenz nun auf Platz zwei

Das Robert-Koch-Institut hat für Sachsen eine Wocheninzidenz von gut 759 gemeldet. Damit bleibt Sachsen das Bundesland mit dem höchsten Inzidenzwert. Dem Freistaat drohen strengere Corona-Beschränkungen. Der Wert der Belastungsgrenze für Patienten auf Normalstationen wurde gestern zum ersten Mal überschritten. Bleibt das noch zwei weitere Tage so, tritt am Freitag die Überlastungsstufe in Kraft.

Eine Maske liegt im Laub.
Die Stimmung bleibt getrübt, die Corona-Lage weiter angespannt. Bildrechte: dpa

Aus Sachsen werden auch am Dienstag die höchsten Corona-Inzidenzzahlen im Bundesvergleich gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 759,3 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 754,3 gelegen. Dem RKI wurden binnen 24 Stunden aus dem Freistaat 3.455 Neuinfektionen gemeldet. Sieben weitere Menschen sind demnach im Zusammenhang mit Corona gestorben.

Sächsische Schweiz bundesweit Hotspot

Die höchste Infektionsrate in Sachsen hat weiter der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Hier lag der Wert am Montag bei 1.362,4. Die Region bleibt Spitzenreiter bei der bundesweiten Inzidenz. Auf Platz zwei liegt der Landkreis Meißen mit einer Wocheninzidenz von 1.298. Der Landkreis Leipzig liegt mit 997 nur noch knapp unter der 1.000er-Marke.

Einen Wert unter 500 hat in Sachsen weiterhin nur die Stadt Leipzig (441,5). Bundesweit gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagfrüh mit rund 312 an (Vortag: 303).

Sachsen drohen Ende der Woche strengere Regeln

In Sachsen drohen Ende der Woche weitere Corona-Beschränkungen. Der Grund liegt in der hohen Bettenauslastung der Krankenhäuser. Am Dienstagmittag mussten 1524 Menschen Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung auf Normalstationen behandelt werden, am Montag waren es 1.391. Das geht aus den aktuellen Zahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums hervor (Stand: 16.11.2021, 11:30 Uhr). Bleibt diese Zahl in den kommenden beiden Tagen über 1.300, tritt ab Freitag die sogenannte Überlastungsstufe in Kraft. Wenn das der Fall sein sollte, bedeutet dies mehr Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Angehörige eines Haushaltes dürfen sich dann nur noch mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Für weitere Bereiche gilt die 2G-Regel - z.B. beim Sport im Innenbereich und beim Friseur. Bei Versammlungen dürfen nur noch zehn Teilnehmer ortsfest dabei sein. Hier zählen geimpfte und genesene Personen mit.

Auf Intensivstationen müssen aktuell 343 Patientinnen und Patienten behandelt werden, 13 mehr als am Montag. Laut Divi-Intensivregister (Stand: 16.11.2021, 05:50 Uhr) müssen 150 von ihnen invasiv beamtet werden. Die Sieben-Tage-Hospitalisierung liegt bei 6,01.

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

In Sachsen ist aufgrund der Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern die Vorwarnstufe am 5. November in Kraft getreten. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen war nach Ministeriumsangaben am 3. November am fünften Tag in Folge überschritten worden.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe greift, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Anders als bei den Inzidenzwerten gilt bei der Bettenbelegung die 3+2-Regel: Die Maßnahmen gelten erst ab dem übernächsten Tag.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

In Sachsen gilt seit dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung. Darin hat die Landesregierung die Corona-Regeln verschärft. Unter anderem gilt damit eine 2G-Regelung. Sie sieht in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars einen Zugang nur für Geimpfte und Genesene vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 16. November 2021 | 19:00 Uhr

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