Corona-Zahlen 172 Menschen mit Covid-19 auf sächsischen Intensivstationen - Vorwarnstufe droht

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Donnerstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 238,6 und damit mehr als am Vortag (200,8). Es gab zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Der Freistaat liegt mit seiner Wocheninzidenz weit über dem Bundesdurchschnitt von 130,2.

Symbolbild zur Sterblichkeitsrate während der Corona-Pandemie.
Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen zwölf Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Sachsen am Donnerstag bei 238,6 und ist damit im Vergleich zum Vortag (200,8) deutlich angestiegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Infektionsrate im Freistaat liegt weit über dem Bundesdurchschnitt von 130,2. Nur Thüringen (259,8) hat eine höhere Zahl an Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

3.006 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 3.006 neue Corona-Infektionen festgestellt. Es gibt zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Am höchsten ist die Infektionsrate im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Wocheninzidenz von 383,3, gefolgt vom Landkreis Meißen (329,9) und dem Erzgebirgskreis (319,4). Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 276 in Dresden, 197,2 in Chemnitz und 105,8 in Leipzig gemeldet. Bei den Landkreisen hat das Vogtland die niedrigste Ansteckungsrate mit einem Wert von 113,9.

774 Covid-Patienten im Krankenhaus

Das sächsische Sozialministerium informiert, dass 602 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern auf Normalstationen liegen (Stand 28.10.2021, 12 Uhr). Zusätzlich müssen 172 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden. Laut RKI-Intensivregister werden 70 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 28.10.2021, 05:15 Uhr).

Vorwarnstufe voraussichtlich ab nächster Woche

Innerhalb von zwei Wochen habe sich damit laut Ministerium die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen verdoppelt und auf den Normalstationen verdreifacht. Angesichts dieser Entwicklung sei davon auszugehen, dass die Vorwarnstufe gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung kommende Woche erreicht werde, hieß es.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei
Bildrechte: dpa

Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist alarmierend. Die Zahlen zeigen, dass die Pandemie aller Pandemiemüdigkeit zum Trotz noch nicht vorbei ist. Die Nachlässigkeit bei Einhaltung der Corona-Regeln und die besorgniserregend niedrige Impfquote rächt sich. Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • im öffentlichen Bereich (z.B. Demonstrationen): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht

Die Sieben-Tage-Inzidenz Hospitalisierung beträgt 5,2 (Stand 28.10.2021 12 Uhr). Sie liegt unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe von sieben. Die Hospitalisierungsrate und die Bettenbelegung sind neben der Wocheninzidenz die entscheidenden Faktoren für den Gesamtumfang von Corona-Beschränkungen.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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