Corona-Zahlen Mehr als 2.000 Corona-Neuinfektionen in Sachsen - ITS-Bettenbelegung erreicht Grenzwert

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 253,9 und damit im Vergleich zum Vortag (238,6) erneut gestiegen. Es gab neun weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz meldet der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 458,1. Die ITS-Bettenbelegung erreicht den Grenzwert von 180.

Reportage im Johanniter Krankenhaus am Kreuzacker 1-7 in Rheinhausen. 2 Pflegerinnen betreuen eine Intensivpatientin auf der Coronastation Intensivstation , die beiden bringen die Patientin in die Bauchlage.
In Sachsen werden derzeit 82 an Covid-19 erkrankte Menschen invasiv beatmet. Bildrechte: imago images/Reichwein

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Sachsen am Freitag bei 253,9 und ist damit im Vergleich zum Vortag (238,6) angestiegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Infektionsrate im Freistaat liegt weit über dem Bundesdurchschnitt von 139,2. Nur das Land Thüringen (288,9) hat eine höhere Zahl an Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nach Sachsen folgt Bayern mit einer Wocheninzidenz von 221,9.

2.083 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 2.083 neue Corona-Infektionen festgestellt. Es gibt neun Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Am höchsten ist die Infektionsrate im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Wocheninzidenz von 458,1, gefolgt vom Landkreis Meißen (344,5) und dem Erzgebirgskreis (331,1). Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 285,1 in Dresden, 208,7 in Chemnitz und 112,1 in Leipzig gemeldet. Bei den Landkreisen hat das Vogtland die niedrigste Ansteckungsrate mit einem Wert von 125,1.

827 Covid-Patienten im Krankenhaus

Das sächsische Sozialministerium informiert, dass 647 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern auf Normalstationen liegen (Stand 29.10.2021, 12 Uhr). Zusätzlich müssen 180 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden. Damit ist der Grenzwert für die Vorwarnstufe bei den ITS-Betten erreicht. Laut RKI-Intensivregister werden 82 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 29.10.2021, 10:15 Uhr).

Vorwarnstufe voraussichtlich ab nächster Woche

Innerhalb von zwei Wochen habe sich damit laut Ministerium die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen verdoppelt und auf den Normalstationen verdreifacht. Angesichts dieser Entwicklung sei davon auszugehen, dass die Vorwarnstufe gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung kommende Woche erreicht werde, hieß es.

Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist alarmierend. Die Zahlen zeigen, dass die Pandemie aller Pandemiemüdigkeit zum Trotz noch nicht vorbei ist. Die Nachlässigkeit bei Einhaltung der Corona-Regeln und die besorgniserregend niedrige Impfquote rächt sich. Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • im öffentlichen Bereich (z.B. Demonstrationen): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht

Die Sieben-Tage-Inzidenz Hospitalisierung beträgt 5,2 (Stand 28.10.2021 12 Uhr). Sie liegt unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe von sieben. Die Hospitalisierungsrate und die Bettenbelegung sind neben der Wocheninzidenz die entscheidenden Faktoren für den Gesamtumfang von Corona-Beschränkungen.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 29. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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