Corona-Zahlen Wocheninzidenz steigt in Sachsen auf 385,7 - Corona-Regeln werden verschärft

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 385,7 auf 100.000 Einwohner. Damit ist sie im Vergleich zum Vortag (336,4) weiter stark angestiegen. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 683,2.

Eine Frau klebt ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Zutritt nur mit FFP2 Maske“ an eine Glastür
Die Corona-Zahlen schnellen weiter in die Höhe. Ab heute gilt die Vorwarnstufe aufgrund der Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Bildrechte: dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt in Sachsen am Freitag 385,7 und ist damit im Vergleich zum Vortag (336,4) weiter stark gestiegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Infektionsrate im Freistaat liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 169,9. Sachsen ist mit Thüringen (386,9) derzeit der Corona-Hotspot in Deutschland.

Drei Landkreise mit Inzidenzen von mehr als 500

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 4.149 neue Corona-Infektionen festgestellt. Besonders hohe Infektionsraten haben die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (683,2), Meißen (551,2) und Görlitz (501,7). Die niedrigste Ansteckungsrate hat bei den Landkreisen Nordsachsen mit einem Wert von 226,4. Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 414,4 in Dresden, 341,7 in Chemnitz und 198,9 in Leipzig gemeldet.

1.193 Covid-Patienten im Krankenhaus

Wie das sächsische Sozialministerium informiert, befinden sich 961 Menschen mit Covid-19 auf Normalstationen in den Krankenhäusern (Stand 4.11.2021, 11:30 Uhr). Zusätzlich müssen 232 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden. Laut DIVI-Intensivregister werden 126 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 5.11.2021, 5:45 Uhr). Acht Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind gestorben.

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

Ab diesem Freitag treten in Sachsen verschärfte Corona-Regeln in Kraft. Hintergrund ist das Erreichen der Vorwarnstufe bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen ist nach Ministeriumsangaben überschritten worden. Seit Tagen liegen weit mehr als 650 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf den Normalstationen der Kliniken. Einige Häuser haben inzwischen den Regelbetrieb heruntergefahren und konzentrieren sich vor allem auf die Corona-Patienten. Auch werden Besucherstopps eingeführt.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • Versammlungen im öffentlichen Bereich (z.B. Corona-Demo in Leipzig): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen (ab Klasse 5)

In verschiedenen Bereichen ist eine strengere Kontakterfassung vorgeschrieben. In Krankenhäusern, Behinderten-Wohnheimen und geschützten Werkstätten müssen die Beschäftigten nun zweimal pro Woche verpflichtend getestet werden.

Geplante 2G-Regeln und Homeoffice-Empfehlung

Sachsens Landesregierung will vor diesem Hintergrund am Freitag eine neue Corona-Schutzverordnung verabschieden. Sie soll Regeln zusätzlich verschärfen und ab dem 8. November gelten. Die Verordnung sieht eine 2G-Regelung - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder- und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen. Am Nachmittag soll die neue Corona-Verordnung vorgestellt werden. MDR SACHSEN wird live darüber berichten.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 05. November 2021 | 19:00 Uhr

24 Kommentare

Sharis vor 33 Wochen

" Insofern ist es ein Trugschluss zu glauben, wenn alle geimpft sind, ist Corona vorbei. "

Das glaubt bzw. behauptet ja auch keiner.
Es ging immer darum, Corona beherrschbar zu machen - d.h., dafür zu sorgen, dass es nicht mehr zu massenhaften, gleichzeitigen Infektionen kommt, die die Krankenhäuser überfluten.
Und genau dabei helfen die Impfungen, auch wenn sie nicht jede Infektion verhindern.

Sharis vor 33 Wochen

Auch Tests sind kein "Allheilmittel". Denn auch die verleiten die Leute zu Sorglosigkeit. Dabei können Ansteckungen ja auch bereits stattgefunden haben, BEVOR das pos. Testergebnis vorlag.

Sharis vor 33 Wochen

" Insofern bringt selbst eine Impfpflicht keinen Schutz. "

Trugschlusss!
Je mehr Leute geimpft sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich überhaupt jemand ansteckt und logischerweise verringert das weiterhin die mögliche Infektion anderer Menschen.

Wenn ich sehe, wie lax die Maskenpflicht in ÖPNV & Einzelhandel gehandhabt wird, werde ich langsam echt wütend.
Die Maskenmuffel steuern uns geradwegs in den nächsten Lockdown.
Am Ende will's dann wieder keiner gewesen sein & sucht sich irgendwelche Sündenböcke.
Ein Blick in den Spiegel würde da jedoch oftmals ausreichen!

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