Corona-Zahlen Landkreis Meißen bundesweit Spitzenreiter bei Wocheninzidenz

Das Robert-Koch-Institut hat für Sachsen eine Wocheninzidenz von 742 gemeldet. Damit bleibt Sachsen das Bundesland mit dem höchsten Inzidenzwert. Im Freistaat treten ab Freitag strengere Corona-Beschränkungen in Kraft. Der Wert der Belastungsgrenze für Patienten auf Normalstationen wurde am Mittwoch zum dritten Mal überschritten.

Ein Piktogramm am Hauptbahnhof in Leipzig weist auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern hin.
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Aus Sachsen werden auch am Mittwoch die höchsten Corona-Inzidenzzahlen im Bundesvergleich gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 742,2 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 759,3 gelegen. Dem RKI wurden binnen 24 Stunden aus dem Freistaat 5.835 Neuinfektionen gemeldet. 32 weitere Menschen sind demnach im Zusammenhang mit Corona gestorben.

Meißen bundesweit Hotspot

Die höchste Infektionsrate in Sachsen hat seit Mittwoch der Landkreis Meißen. Hier liegt der Wert bei 1.304,6. Damit liegt der Landkreis auch bundesweit an der Spitze. Auf Platz zwei in Sachsen liegt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Wocheninzidenz von 1.260,6. Das ist bundesweit der vierte Platz. Der Landkreis Leipzig übersteigt am Mittwoch mit 1.036,0 das erste Mal die 1.000er-Marke.

Einen Wert unter 500 hat in Sachsen weiterhin nur die Stadt Leipzig (390,6). Bundesweit gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochfrüh mit rund 319,5 an (Vortag: 312).

Sachsen drohen Ende der Woche strengere Regeln

In Sachsen treten Ende der Woche weitere Corona-Beschränkungen in Kraft. Der Grund liegt in der hohen Bettenauslastung der Krankenhäuser. Am Mittwoch mussten 1.520 Menschen Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung auf Normalstationen behandelt werden, am Dienstag waren es 1.524 und am Montag 1.391. Das geht aus den aktuellen Zahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums hervor (Stand: 17.11.2021, 11:30 Uhr). Weil die Bettenbelegung auf den Normalstationen den dritten Tag über der Marke von 1.300 liegt, tritt ab Freitag die sogenannte Überlastungsstufe in Kraft. Diese bedeutet mehr Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Angehörige eines Haushaltes dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Für weitere Bereiche gilt die 2G-Regel - z.B. beim Sport im Innenbereich und beim Friseur. Bei Versammlungen dürfen nur noch zehn Teilnehmer ortsfest dabei sein. Hier zählen geimpfte und genesene Personen mit.

Auf Intensivstationen müssen aktuell 357 Patientinnen und Patienten behandelt werden, 14 mehr als am Dienstag. Laut Divi-Intensivregister (Stand: 17.11.2021, 17:30 Uhr) müssen 159 von ihnen invasiv beamtet werden. Die Sieben-Tage-Hospitalisierung liegt bei 5,64.

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

In Sachsen ist aufgrund der Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern die Vorwarnstufe am 5. November in Kraft getreten. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen war nach Ministeriumsangaben am 3. November am fünften Tag in Folge überschritten worden.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe greift, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Anders als bei den Inzidenzwerten gilt bei der Bettenbelegung die 3+2-Regel: Die Maßnahmen gelten erst ab dem übernächsten Tag.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

In Sachsen gilt seit dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung. Darin hat die Landesregierung die Corona-Regeln verschärft. Unter anderem gilt damit eine 2G-Regelung. Sie sieht in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars einen Zugang nur für Geimpfte und Genesene vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 17. November 2021 | 19:00 Uhr

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