Corona-Zahlen Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen steigt weiter - Gut 1.200 Covid-Patienten in Kliniken

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Montag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 491 je 100.000 Einwohner. Damit ist der Wert weiter steigend. Am höchsten bleibt die Inzidenz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Eine Patientin wird von einer Krankenschwester im Intensiv- und Überwachungsbereich einer Klinik medizinisch versorgt.
Mehr als 1.200 an Covid-19 Erkrankte werden zu Wochenbeginn in Sachsens Kliniken behandelt. Bildrechte: dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen auch am Montag weiter gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete, liegt der Wert inzwischen bei 491. Am Vortag betrug er 444. Sachsen bleibt das Bundesland mit der höchsten Inzidenz in Deutschland. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen hat unterdessen den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie erreicht. Das RKI gab die Zahl aktuell mit 201 an.

Bundesweit höchste Inzidenz in Sächsischer Schweiz-Osterzgebirge

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 2.423 neue Corona-Infektionen festgestellt. Die bundesweit höchste Infektionsrate und damit auch die höchste Inzidenz hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (924). Die Landkreise Görlitz, Bautzen und Meißen liegen jeweils bei der Wocheninzidenz über der 600er-Marke.

Auffällig beim Blick auf die RKI-Daten: Den höchsten Wert in Brandenburg hat der Landkreis Elbe-Elster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 609. Er grenzt an die Landkreise Nordsachsen und Meißen an.

Weiter mehr als 1.200 Covid-Patienten in Kliniken

Wie das sächsische Sozialministerium informiert, befinden sich 973 Menschen mit Covid-19 auf Normalstationen in den Krankenhäusern (Stand: 07.11.2021, 14 Uhr). Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vortageswerten.

Weitere 256 Patientinnen und Patienten sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen behandelt werden. Laut Divi-Intensivregister müssen 121 von ihnen invasiv beatmet (Stand: 08.11.2021, 05:40 Uhr) werden.

Kretschmer fordert gemeinsame Beratungen von Bund und Ländern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer forderte angesichts der angespannten Lage gemeinsame Beratungen von Bund und Ländern in der Pandemie. "Wir können einen weiteren Lockdown verhindern, aber nur, wenn wir jetzt wirklich die nächste Ausfahrt nehmen", sagt der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Zu viele Menschen seien schon im Krankenhaus, zu wenige geimpft, so der CDU-Politiker. "Wir können es so nicht laufen lassen." Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP verweigerten sich aber der Verantwortung, gemeinsam mit den Ländern zu agieren.

Sachsen reagiert mit einer deutlichen Verschärfung der Corona-Regeln auf die rasant gestiegenen Infektionszahlen im Land. Ab heute haben nur noch Geimpfte oder Genesene Zugang zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Dazu zählen die Innengastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder Fußballstadien. In Bussen, Bahnen und Taxis sind nun FFP2-Masken verpflichtend.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen
Kretschmer fordert wieder Gespräche zwischen Ländern und Bund zur Corona-Lage. Bildrechte: dpa

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

Am Freitag sind in Sachsen verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Hintergrund ist das Erreichen der Vorwarnstufe bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen ist nach Ministeriumsangaben überschritten.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Anders als bei den Inzidenzwerten gilt bei der Bettenbelegung die 3+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • Versammlungen im öffentlichen Bereich (z.B. Corona-Demo in Leipzig): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen (ab Klasse 5)

In verschiedenen Bereichen ist eine strengere Kontakterfassung vorgeschrieben. In Krankenhäusern, Behinderten-Wohnheimen und geschützten Werkstätten müssen die Beschäftigten nun zweimal pro Woche verpflichtend getestet werden.

2G-Regeln und Homeoffice-Empfehlung

Sachsens Landesregierung hat vor diesem Hintergrund am Freitag eine neue Corona-Schutzverordnung verabschiedet. Darin werden die Regeln weiter verschärft. Die Verordnung tritt ab dem 8. November in Kraft. Sie sieht eine 2G-Regelung - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder- und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 08. November 2021 | 19:00 Uhr

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