Corona-Zahlen Erster Landkreis mit Corona-Wocheninzidenz über 500

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Samstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 266,4 auf 100.000 Einwohner. Damit ist die im Vergleich zum Vortag (253,9) erneut angestiegen. Es gab zehn weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz meldet der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 501,8.

Proben von Patienten für die Virus-Diagnostik
In Sachsen wurden binnen 24 Stunden 2.185 neue Corona-Infektionen festgestellt. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in Sachsen nimmt weiterhin stark zu. Mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die erste Region die 500er Marke überschritten. Sie liegt bei 501,8.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut bei 266,4 und ist damit im Vergleich zum Vortag (253,9) erneut angestiegen. Die Infektionsrate im Freistaat liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 145,1. Nur Thüringen hat mit 297,5 eine höhere Zahl an Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Zehn Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 2.185 neue Corona-Infektionen festgestellt. Zehn Menschen sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Bei den Infektionsraten in den Landkreisen folgen auf den LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der Landkreis Meißen (365,7) und der Erzgebirgskreis (342,6). Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 273,1 in Dresden, 232,4 in Chemnitz und 122,5 in Leipzig gemeldet. Bei den Landkreisen hat das Vogtland die niedrigste Ansteckungsrate mit einem Wert von 131,8.

Mehr als 800 Covid-Patienten im Krankenhaus

Wie das sächsische Sozialministerium informiert, befinden sich 671 Menschen mit Covid-19 auf Normalstationen in den Krankenhäusern (Stand 30.10.2021, 12 Uhr). Zusätzlich müssen laut DIVI-Intensivregister 184 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden (Stand 30.10.2021, 15:40 Uhr). Nach Angaben des sächsischen Sozialministerium werden 179 Patienten intensivmedizinisch behandelt (Stand 30.10.2021, 12:00 Uhr). Damit ist einer der Grenzwerte für die Vorwarnstufe bei den ITS-Betten den zweiten Tag in Folge überschritten. Laut DIVI-Intensivregister werden 84 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 30.10.2021, 12:35 Uhr).

Vorwarnstufe voraussichtlich ab nächster Woche

Innerhalb von zwei Wochen hat sich damit laut Ministerium die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen verdoppelt und auf den Normalstationen verdreifacht. Angesichts dieser Entwicklung sei davon auszugehen, dass die Vorwarnstufe gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung kommende Woche erreicht werde, hieß es.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei
Bildrechte: dpa

Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist alarmierend. Die Zahlen zeigen, dass die Pandemie aller Pandemiemüdigkeit zum Trotz noch nicht vorbei ist. Die Nachlässigkeit bei Einhaltung der Corona-Regeln und die besorgniserregend niedrige Impfquote rächt sich. Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • im öffentlichen Bereich (z.B. Demonstrationen): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht

Die Sieben-Tage-Inzidenz Hospitalisierung beträgt 5,82 (Stand 29.10.2021 12 Uhr). Sie liegt unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe von sieben. Die Hospitalisierungsrate und die Bettenbelegung sind neben der Wocheninzidenz die entscheidenden Faktoren für den Gesamtumfang von Corona-Beschränkungen.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSENSPIEGEL | 29. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

nachgefragt1 vor 12 Wochen

folgende Antworten:
Frage: ie die Inzidenz steigen kann obwohl die Anzahl der Tests, wegen der finanziellen Komponente, um zwei Drittel gesunken ist- Antwort, mehr Test sind positiv, wäre möglich kann aber falsch sein
Frage: Intensivbetten weniger werden. Ja kann stimmen, was hat das mit der inzidenz zu tun?
Frage: Warum Geimpfte so eine Höllenangst vor Ungeimpften, bin geimpft, habe Freunde, die ungeimpft sind, kann dem nicht folgen, da wir gemeinsam grad viel feiern...
man eigentlich die Ungeimpften vor den unerkannt geimpften Virenträger schützen mu - hä?
Oder warum entfacht man eine regelrechte Hexenjagt auf Ungeimpfte- kennen viele ungeimpfte hier im Osten/sachsen, habe noch keinen gejagten gesehen, wie sieht das konkret aus? mit Stöcken?
Frage: Warum erinnern Schilder wie "Hier gilt 2G, Zutritt nur für Geimpfte und Genesene" so sehr an "Kein Zutritt für Schwarze"? Für die dunkle Hautfarbe kann man wohl weniger was als eine Impfung zu verweigern
doch antworte: alles Gute!



Niemann vor 12 Wochen

Das Thema Corona nervt nur noch und die derzeitigen Schreckensszenarien sind teils nur mathematische Produkte. Obwohl ich schon oft nachgefragt habe wie die Inzidenz steigen kann obwohl die Anzahl der Tests, wegen der finanziellen Komponente, um zwei Drittel gesunken ist. Intensivbetten weniger werden. Warum Geimpfte so eine Höllenangst vor Ungeimpften haben obwohl man eigentlich die Ungeimpften vor den unerkannt geimpften Virenträger schützen muß. Oder warum entfacht man eine regelrechte Hexenjagt auf Ungeimpfte was an dunkle Zeiten erinnert, ohne die Beweggründe dieser Menschen zu kennen. Warum erinnern Schilder wie "Hier gilt 2G, Zutritt nur für Geimpfte und Genesene" so sehr an "Kein Zutritt für Schwarze"? Wieso greift man bereitwillig in Deutschland auf schlimme Diskriminierung zurück? Ist es so wie namhafte Philosophen sagen, in Deutschland können zu viele ihr Knechtsein nicht ablegen und fallen deshalb der Habgier und billiger Propaganda immer wieder zum Opfer.. Keine Antworten.

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