Corona-Zahlen Sachsen mit höchster Inzidenz in Deutschland

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Sonnabend nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 415,8 auf 100.000 Einwohner. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 730,6.

Roter Wegweiser mit Aufschrift 'Inzidenz' und Schild mit Aufschrift 'Vierte Welle' vor Coronavirus und Deutschlandfahne
Die Inzidenz steigt in Sachsen immer weiter an. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nähert sich mit großen Schritten der 1.000er-Marke. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen weiter deutlich gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonnabend meldete, liegt der Wert inzwischen bei 415,8. Am Vortag betrug er 385,7. Die Infektionsrate im Freistaat liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 183,7. Sachsen ist damit das Bundesland mit der höchsten Inzidenz in Deutschland. Am Freitag hatte der Freistaat noch auf Platz zwei hinter Thüringen gelegen. Dort lag die Inzidenz am Sonnabend bei 406, danach folgt Bayern mit 284.

Vier Landkreise mit Inzidenzen von mehr als 500

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 3.165 neue Corona-Infektionen festgestellt. Besonders hohe Infektionsraten haben die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (730,6), Meißen (594,5) Bautzen (546,3) und Görlitz 511,3. Die niedrigste Ansteckungsrate hat bei den Landkreisen Nordsachsen mit einem Wert von 261,8. Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 439,2 in Dresden, 370,7 in Chemnitz und 212,7 in Leipzig gemeldet.

1.508 Covid-Patienten im Krankenhaus

Wie das sächsische Sozialministerium informiert, befinden sich 1.213 Menschen mit Covid-19 auf Normalstationen in den Krankenhäusern (Stand 6.11.2021, 15:00 Uhr). Zusätzlich müssen 295 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden. Laut DIVI-Intensivregister werden 122 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 6.11.2021, 10:05 Uhr). 17 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind gestorben.

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

Seit Freitag sind in Sachsen verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Hintergrund ist das Erreichen der Vorwarnstufe bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen ist nach Ministeriumsangaben überschritten worden. Seit Tagen liegen weit mehr als 650 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf den Normalstationen der Kliniken. Einige Häuser haben inzwischen den Regelbetrieb heruntergefahren und konzentrieren sich vor allem auf die Corona-Patienten. Auch werden Besucherstopps eingeführt.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • Versammlungen im öffentlichen Bereich (z.B. Corona-Demo in Leipzig): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen (ab Klasse 5)

In verschiedenen Bereichen ist eine strengere Kontakterfassung vorgeschrieben. In Krankenhäusern, Behinderten-Wohnheimen und geschützten Werkstätten müssen die Beschäftigten nun zweimal pro Woche verpflichtend getestet werden.

Geplante 2G-Regeln und Homeoffice-Empfehlung

Sachsens Landesregierung hat vor diesem Hintergrund am Freitag eine neue Corona-Schutzverordnung verabschiedet. Darin werden die Regeln weiter verschärft. Die Verordnung tritt ab dem 8. November in Kraft. Sie sieht eine 2G-Regelung - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder- und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 06. November 2021 | 19:00 Uhr

52 Kommentare

Niemann vor 33 Wochen

Widersetzen ist nicht der richtige Ausdruck, denn Maßgabe der Regierung war, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben dann sind die Coronamaßnahmen faktisch vorbei, impfen bleibt freiwillig. Nun haben Angebotes es so an sich das man sie annehmen kann oder auch nicht. Dieses Prinzip ist aber verloren gegangen und an dessen Stelle ist getreten " friß Vogel oder stirb". Nun ja, jetzt macht widersetzen auch wieder Sinn.

Niemann vor 33 Wochen

Die Frage ist in ihrem Kommentar offenbar Freiheit oder Gesundheit, beides wollen sie offenbar nicht. Dabei denke ich an die Millionen Kämpfer in der Menschheitsgeschichte die gar für Freiheit ihr Leben gelassen haben und das nicht nur für die eigene Freiheit. Warum also wollen sie die Freiheit im Kampf gegen Corona einfach achtlos wegwerfen? Die Geschichte lehrt das man sie dann nicht mehr zurück bekommt, es sei denn man kämpft dafür. Warum also einfach achtlos wegwerfen?

Niemann vor 33 Wochen

Wäre es möglich das sie sich auch mal vernünftig äußern? Warum fallen sie so bösartig über Menschen her die sie und deren Überlegungen und Meinungen sie offenbar kein bißchen kennen?

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